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Meine Freundin (oder Ehefrau, Schwester, Tochter, Enkelin, Mitschülerin, Arbeitskollegin...) trägt plötzlich ein Kopftuch bzw. einen Schleier. Wie soll ich mich verhalten?
Es gibt keinen Grund, wegen der Tatsache, daß eine Frau beginnt, ein Kopftuch oder einen Schleier zu tragen, die Beziehung zu ihr zu überdenken oder gar zu beenden.
Oftmals steht die Entscheidung, sich zu bedecken, in einem zeitlich mehr oder weniger engen Zusammenhang mit einer Konversion zum Islam bzw.von einem eher moderaten Islam zu einem konservativeren Islam.
Konvertiten, und nicht nur solche zum Islam, neigen im Allgemeinen gerade in den ersten Monaten (bis etwa zwei Jahre nach der Konversion) zu einer gewissen "150 %"-Einstellung zu ihrer neuen Religion, mit der sie dann oftmals nicht nur ihre alte Umgebung aufschrecken, sondern auch gebürtige oder langjährige Muslime irritieren. Die Flamme des neuen Glaubens ist eine helle Flamme, aber da das "Holz" noch feucht ist, qualmt es heftig, um ein Bild zu verwenden.
Soweit möglich sollte man seine Beziehung zu einer Konvertitin nicht verändern, auch dann nicht, wenn sie nun Kopftuch oder gar Schleier trägt. Versuchen Sie bitte nicht, sie zu "retten", sondern akzeptieren Sie die Verwandlung. Wenn Sie mit ihr über ihre Konversion oder über ihre Bedeckung sprechen, dann werten sie nicht, urteilen Sie nicht. Seien Sie auch Dritten gegenüber fair und lästern Sie nicht.
Wie gesagt, es geht nicht darum, die Frau möglicherweise "retten" zu können, wenn Sie Ihre Beziehung zu ihr aufrecht erhalten. Es geht um Freundschaft, um Hingabe.
Machen Sie nicht die Konversion oder die Bedeckung zum Mittelpunkt ihrer Gespräche, reduzieren Sie Ihre Beziehung nicht darauf, den Themen Konversion und Schleier krampfhaft auszuweichen oder sie bemüht in den Mittelpunkt zu stellen.
In vielen Fällen wird die konvertierte Frau, die sich nun bedeckende Frau dafür dankbar sein, wenn bestehende Beziehungen sich als tragfähig erweisen.
Wenn die Frau die Beziehung "herunterfährt" oder beendet, bleiben Sie verfügbar, ohne sich aufzudrängen.
In jedem Fall sollte man damit rechnen, daß gerade die ersten Monate schwierig sein können - aber in der Regel lohnt es sich, dem "Qualm" nicht nachzugeben, sondern darauf zu vertrauen, daß er sich früher oder später verziehen wird.
Keinesfalls dürfen Sie die Frau in Bezug auf ihre Konversion oder ihren Schleier mit Ihrer Freundschaft erpressen - "wenn du damit nicht aufhörst, kann ich nicht mehr mit dir befreundet sein". "Ich gehe nur dann mit dir shoppen, wenn du diesen Schleier nicht trägst."
Reden Sie nicht schlecht über den Islam, die Muslime.
Halten Sie der Frau nicht ihre Vergangenheit vor - "früher bist du im Minirock herumgelaufen"; versuchen Sie nicht, ihre Wandlung zu "erklären".
Nehmen Sie sie einfach an, wie sie ist.
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