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Advents-Predigt zu
Markus 1,1-8
unter der Überschrift "Wiederkunft Christi und Ende der Welt"
Gehalten anläßlich des ökumenischen Kanzeltausches in Stuttgart-Zuffenhausen am 7. Dezember 2008 (2. Advent) in der kath. Kirchengemeinde St. Antonius von Michael Ohlhus-Molthagen (Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde / Baptisten)
Hinweise zur Perikope: Seit dem 1. Advent 2008 befindet sich die kath. Kirche im Lesejahr B, die vorgeschriebenen Lesungen für die Homilie sind
Jesaja 40,1-5.9-11
;
Psalm 85(84),9-10.11-12.13-14
;
2. Apostel Petrus 3,8-14
; Evangelium nach
Markus 1,1-8
.
Predigttext
Markus 1,1-8, Einheitsübersetzung
1 Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes:
2 Es begann, wie es bei dem Propheten Jesaja steht: Ich sende meinen Boten vor dir her; er soll den Weg für dich bahnen.
3 Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen!
4 So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündigte Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden.
5 Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus; sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen.
6 Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften und er lebte von Heuschrecken und wildem Honig.
7 Er verkündete: Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bücken, um ihm die Schuhe aufzuschnüren.
8 Ich habe euch nur mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.
Predigt
Liebe katholische Kirchengemeinde, liebe Geschwister in der Ökumene,
wenn ich mich bei der Vorbereitung dieser Predigt richtig informiert habe und die verschiedenen lexikalischen Einträge zur katholischen Leseordnung und der Homilie, die ich zusammengetragen habe, auch richtig verstanden habe, so steht in der katholischen Kirche dieser zweite Advent unter der Überschrift „Wiederkunft Christi und Ende der Welt“. Im Schott-Meßbuch fand ich hierzu die Erklärung, daß es sich dabei um Ereignisse handelt, „die unsere Vorstellungskraft übersteigen. Der Christ weiß darüber das Wesentliche: dass die Geschichte dieser Welt die Geschichte Gottes ist, dass Gott die Welt vollenden will, nicht zerstören. Und dass die Offenbarung der Herrlichkeit Gottes nicht ein stumpfes, blindes Ereignis sein kann; sie wird von denen vorbereitet und auch jetzt schon erfahren, die sich Gott zuwenden mit der ganzen Kraft ihres Lebens“.
Ich habe natürlich nicht nur einen Blick auf katholische Quellen beschränkt, sondern auch auf evangelische Stimmen. Dabei ist mir vor allem aufgefallen, daß es von evangelischer Seite kaum Predigten zu unserem Evangelium für diesen zweiten Advent gibt. Die einzige evangelische Predigt zu Markus 1,1-8, die ich im Internet gefunden habe, stammt aus der Brüdergemeinde in Korntal, und dort wurde sie im Advent vor sechs Jahren gehalten, aber nicht in erster Linie im Hinblick auf die Wiederkunft Christi und das Ende der Welt, sondern unter der Überschrift, „Wegbereiter wollen wir sein“. Jedenfalls scheint es fast so, als würden evangelische Prediger einen weiten Bogen um diesen Text machen. Das gleiche gilt für die Parallelstellen bei Matthäus und Johannes, und erst dort, wo Lukas von Johannes dem Täufer berichtet, tauen evangelische Prediger ein wenig auf.
Das hat natürlich nichts damit zu tun, daß wir Evangelischen mit dem Advent, mit der Erwartung der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Probleme hätten. Nein, wir können in Ihren Eröffnungsvers dieser Messe, „der Herr wird kommen, um die Welt zu erlösen. - Volk Gottes, mach dich bereit. - Höre auf ihn, und dein Herz wird sich freuen“, von ganzem Herzen einstimmen, und auch zu Ihrem Tagesgebet können wir von ganzem Herzen „Amen“ sagen.
Eine mögliche Antwort, warum uns Evangelischen im Advent der Täufer-Bericht des Markus so fern liegt, besteht vielleicht in unserem manchmal schwierigen Verhältnis zum Alten Testament. Für einen Protestanten lesen sich die Täufer-Berichte gerade bei Markus und Matthäus eher wie ein Epilog, ein Nachwort zum Alten Testament. Lukas dagegen wirkt schon eher wie ein Prolog zur Welt des Neuen Testamentes. Meiner persönlichen Beobachtung nach gehen Sie, gehen Katholiken mit dem Alten Testament sehr viel unverkrampfter um als wir Evangelischen. Von einem Protestanten hört man viel eher den Satz, „mit Jesus hat sich das Alte Testament, haben sich das Gesetz und die Propheten erledigt“ als von einem Katholiken, um meine persönlichen Beobachtungen darzustellen. Wir Protestanten haben oftmals Schwierigkeiten, einen Zugang zum Alten Testament zu finden, ein entspanntes Verhältnis zum Gesetz und zu den Propheten einzugehen. An dieser Stelle, da bin ich mir sicher, können wir Evangelischen von Ihnen viel lernen; denn ein Protestant kann das Evangelium nicht kennenlernen, wenn er das Alte Testament nicht kennt.
Ich freue mich, heute als Protestant über dieses evangelischerseits sträflich vernachlässigte Evangelium predigen zu dürfen.
Liebe Gemeinde,
wenn ich es richtig verstanden habe, unterscheidet die katholische Kirche, anders als der Protestantismus, bei der Predigt zwischen der Missionspredigt und der Homilie. Homilie bedeutet Zurede, Zuspruch, und die erste Lesung, die wir gehört haben, ist einer der schönsten Zusprüche, die wir in der Bibel haben. „Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott, redet Jerusalem zu Herzen und verkündet der Stadt, dass ihr Frondienst zu Ende geht, dass ihre Schuld beglichen ist; denn sie hat die volle Strafe erlitten von der Hand des Herrn für all ihre Sünden. Eine Stimme ruft: Bahnt für den Herrn einen Weg durch die Wüste! Baut in der Steppe eine ebene Straße für unseren Gott!“ Und damit sind wir dann auch mitten drin in unserem Evangelium. Obwohl Markus sein Evangelium nicht für Juden schrieb, sondern für Heiden, hat er das Alte Testament nicht beiseite gelegt. Ausdrücklich stellt er mit dem Jesaja-Zitat eine Homilie aus dem Alten Testament an den Anfang seines Evangeliums. Wohin Jesus kommt, da kommt auch das Alte Testament hin. Markus weiß, daß nur derjenige Jesus wirklich kennenlernen kann, der das Alte Testament kennt. Im zweiten Jahrhundert hat der Häretiker Marcion einen abstrakten Jesus erfunden, ohne Altes Testament, ohne Judentum. In seiner Bibel-Sammlung kam denn nicht nur das Alte Testament nicht vor, sondern auch von den vier Evangelien konnte sich allein Lukas behaupten - unser Markus hatte keine Chance. Marcion wurde dabei zum heimlichen Kirchenvater mancher vor allem evangelischer Christen bis heute, die glauben, sie könnten auf das Alte Testament verzichten und das Judentum abstreifen, das Gesetz und die Propheten unter den Teppich kehren. Dabei sind die vier reformatorischen „Allein“ - allein aus Gnaden, allein aus Glauben, allein die Bibel, allein Jesus Christus - nicht gegen das Alte Testament. Die erste Lesung, die wir gehört haben, ist ja ganz und gar Gnade, ist „sola gratia“. Der zweite Teil des Jesaja-Buches, der mit unserer ersten Lesung beginnt, ist ja ein Gnadenbuch, ein Trostbuch, die Homilie, der Zuspruch des Alten Testamentes. Wenn das Kommen Jesu in unsere Welt die eine Seite der Medaille mit der Aufschrift „allein aus Gnaden“ ist, so ist der zweite Teil von Jesaja mit unserer ersten Lesung die andere Seite. Beide gehören sie zusammen.
Liebe Gemeinde,
Markus sammelt drei Trost zusprechende, auferbauende Worte aus dem Alten Testament für seine Homilie. Das erste ist ein Halbwort aus dem zweiten Buch Mose 23, „sieh, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her“, das zweite aus Maleachi 3, „der deinen Weg herrichten wird“ und dann eben Jesaja 40, „eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen!“.
Jedes dieser drei Worte handelt von einem Weg, und jedes dieser drei Worte entstammt jeweils einer prägenden Notlage des Volkes Israel. Indem Markus diese drei Worte zu einer Homilie zusammenzieht, hört man deutlich die Botschaft: „Jetzt ist alles viel schlimmer, als es für das Volk Gottes jemals war, die Not ist größer als jemals zuvor, der Weg ist viel schwieriger, als es je ein Weg war. Wenn man jemals Hilfe, Zuspruch, Gnade brauchte, dann jetzt!“
Die Zuhörer und Leser des Markus kannten das Bild, das er ihnen vor Augen malt. „Bereitet dem Herrn den Weg, ebnet ihm die Straßen!“ war der Ruf, der jedem Besuch eines Fürsten oder Königs in einer orientalischen Stadt vorauseilte. Sie verfügten über keine ordentliche Straßenreinigung oder Müllentsorgung. Jeglicher Unrat versperrte die Zufahrtsstraßen zu den Toren der Stadt. Jeder Wagen lief Gefahr, im Unrat steckenzubleiben, und auch Achsbrüche waren nicht selten. Würde einem König und seinem Gefolge beim Besuch einer Stadt so etwas widerfahren, würde die Stadt ganz schön alt aussehen. Nicht nur jede Gunstzuwendung des hohen Herren könnte man sich abschreiben, man mußte mit empfindlichen Strafen rechnen. Also waren die Wege von Unrat zu reinigen, wenn ein Fürst oder König oder sonst ein Herr nahte. Markus deutet die Worte des Alten Testamentes als den Ruf zu einer geistlichen Müllabfuhr.
Liebe Gemeinde,
Johannes verkündete Umkehr und die Taufe zur Vergebung der Sünden. Umkehr und Taufe, das sind die Werkzeuge geistlicher Müllabfuhr, der Vergebung der Sünden. Nach einem häufigen Verständnis bewirkt die Taufe die Vergebung der Sünden, nach baptistischem Verständnis hat die Taufe diese Wirkung nicht, sondern weist auf die Umkehr zur Vergebung der Sünden hin, ist ein Dokument für die Umkehr und die damit verbundene Vergebung der Sünden. Nach der Grammatik kann man den Text so und so übersetzen, daß sich jeweils das eine oder andere Verständnis ergibt.
In unserem Text geht es also um Sünden, Vergebung, Umkehr und Taufe. Sünde meint ebenso wenig einzelne Gebotsübertretungen, wie Vergebung die im mosaischen Gesetz gebotene wiederholbare Entsündigung meint. Jesaja zeigt in seiner Homilie, dem zweiten Teil seines prophetischen Buches, überdeutlich, daß bei Gott eine Vergebung möglich ist, die weit über die Entsündigung nach dem Gesetz hinausgeht. Aber bis zu dem Täufer Johannes bleibt diese Vergebung eine futuristische Angelegenheit (hätte er selbst Sünden vergeben, wäre die Reaktion der Juden wegen einer solchen Gotteslästerung ganz anders ausgefallen). Johannes weist mit seiner Taufe wie mit einem langen Zeigefinger auf die Vergebung hin, die über das Gesetz des Mose hinausgeht, von den Propheten angekündigt wurde und in Jesus möglich wird, als Jesus den Schuldschein, der mit seinen Forderungen gegen uns ist, an das Kreuz heftet, wie Paulus es formuliert hat.
Die Sünde, von der es bis dahin nur eine zu wiederholende Entsündigung gab und die nun wirklich und wahrhaftig vergeben werden soll, ist die Kette der Bundesbrüche, die das Volk Gottes im Zustand des Gerichtes hielt, eine Belastung, die im Ganzen so groß ist, daß sie in der Initiative Gottes gipfelt, einen neuen, besseren Bund zu schenken. Das neue Fundament für das Volk Gottes ist ein von Gott gelegter Rechtsakt mit dem Titel „Vergebung der Sünden“. Diese Tat aber, so formuliert es der baptistische Theologe Adolf Pohl, „steht nicht in gleicher Reihe mit anderen Taten und Gaben Gottes, sondern ist die zentrale Hilfe, ohne die alles andere seinen Wert verlöre. Sie ist der Nerv seines Heilshandelns überhaupt“. Und so, fährt Pohl fort, „gehört dieses Heilsgut nicht in den ‚Reparaturdienst‘ des Alten Testamentes“, und so hat Johannes die Juden ganz bewußt vom Tempeldienst in Jerusalem mit seinen Opfern weggerufen in die Wüste. Bei aller Wertschätzung für das Alte Testament gehört doch neuer Wein nicht in alte Schläuche, weil sonst die Schläuche zerreißen und der Wein verderben wird.
In der Johannestaufe dokumentieren die so Getauften, daß Gott mit seiner schweren Anklage wegen der Kette der Bundesbrüche recht hat. Sie kehren um, indem sie sich unter das Urteil über ihr altes Wesen stellen. Vom Wasser begraben, akzeptieren sie das Todesurteil. Aus dem Wassergrab wieder aufstehend, blicken sie voller Hoffnung dem nahenden Herrn und seinem Heil entgegen, halten sich in Bereitschaft für den Stärkeren, der sie mit dem Heiligen Geist taufen und ihre Abtrünnigkeit von Gott beenden wird.
Liebe Gemeinde,
Johannes ehrt Jesus als den Stärkeren, der nach ihm kommen wird.Ich möchte an dieser Stelle den Blick nicht auf einen Vergleich zwischen Johannes und Jesus richten, sondern auf das dritte Kapitel des Markus-Evangeliums. In einem Gleichnis des Herrn Jesus dort dringt ein Stärkerer, wie er in der Parallelerzählung bei Lukas ausdrücklich genannt wird, in die Festung eines Starken ein, fesselt ihn und raubt ihm seine Beute. So fesselt der Herr Jesus den Teufel und raubt ihm seine Beute, die in Sünde und Schuld verschleppte Menschheit.
Weil Jesus der Stärkere ist, tauft er auch nicht mit Wasser, sondern mit dem Heiligen Geist. Die Taufe verbindet Johannes und Jesus, und doch könnte der Unterschied zwischen der Taufe des Johannes und der Taufe, die Jesus spendet, nicht größer sein: Johannes tauft mit dem Wasser des Jordan, dem Grenzfluß zur Wüste, doch Jesus tauft mit reinem Wasser, dem Heiligen Geist, dem „Grenzfluß“ zur Wirklichkeit Gottes, zum Reich Gottes. Der Jordan trennt zwischen dem Kulturland der Juden und der unbewohnten Wüste, der Geist Gottes zwischen dem „Kulturland“ Gottes und der „unbewohnten Wüste“ menschlicher Neigungen, sich selbst zu Gott zu machen. Auf der einen Seite die Dürre und das Elend von Menschen, die nur den Ruf kennen, „mein Wille geschehe!“ und auf der anderen Seite die Führung, die Versorgung, die Befreiung und das Heil, das die erleben, die zu Gott sagen: „Dein Wille geschehe“.
Die Prophetie des Täufers über die Taufe mit Heiligem Geist hat sich nach der Erhöhung unseres Herrn Jesus erfüllt, seit Pfingsten müssen wir nicht länger in der „unbewohnten Wüste“ unserer Neigungen ausharren, sondern können durch die Taufe mit Heiligem Geist in das Kulturland Gottes eintreten. Der Herr Jesus war „in seinem Erdenleben das Modell für Geisterfülltheit und Gotterfülltheit“, wie der schon zitierte Adolf Pohl schreibt, „‚Geist‘ ist ein anderes Wort für ‚Gott in Aktion‘“.
Die größte Aktion Gottes war die Passion Jesu Christi. Auch wenn die Vokabel „Geist Gottes“ in den Kreuzigungsgeschichten fehlt, aber gerade am Kreuz erleben wir den Herrn Jesus als „wahren Geistträger“ (Pohl), denn „gerade dies Kreuz gehört zum Modell eines Lebens aus Gott und für Gott“.
Die nächstgrößte Aktion Gottes freilich steht noch aus: Die Wiederkunft unseres Herrn Jesus. Der Geist Gottes befähigt uns, an der Hoffnung auf die Wiederkunft unseres Herrn festzuhalten und das nahende Ende der Welt nicht als endgültige Zerstörung, sondern als Vollendung der guten Geschichte Gottes mit dieser Welt zu erwarten.
Und all die Zeit zwischen diesen beiden Höhepunkten der Aktionen Gottes soll aber nicht aktionslos vorübergehen. Gottes Geist befähigt uns, aus Gott und für Gott zu leben, als die Liebesbriefe und die Gnadengaben eines „Gottes in Aktion“ an die Menschen, die Hilfe und Befreiung, Versorgung und Zuspruch nötig haben. Der Geist Gottes ist uns nicht umsonst gegeben, sondern damit wir uns den Menschen in Nächstenliebe zuwenden.
Liebe Gemeinde,
vieles von dem, was in der Bibel über praktische Nächstenliebe und über soziale Gerechtigkeit steht, können wir im Alten Testament nachlesen, besonders bei den Propheten, etwa bei Micha, Amos und Deuterojesaja. Die Spiritualität bei uns Christen und oft besonders bei Protestanten ist eine sehr private Spiritualität, aber was wir brauchen, ist eine „prophetische Spiritualität“, die für einen sozialen Wandel offen ist. Nicht umsonst stellt der Apostel Paulus die Prophetie in seinen Ausführungen über die Gaben des Heiligen Geistes an vorderste Stelle (nichts gegen diese Gabe als charismatische Besonderheit, aber dennoch finde ich es wichtiger, die alttestamentlichen Propheten gerade in ihren sozialen Herausforderungen ernst zu nehmen). Sie ist der Schlüssel zur notwendigen sozialen Gerechtigkeit, ein Schlüssel, auf den die Welt dringend wartet, um frei einige Worte des baptistischen Theologen Jim Wallis aufzugreifen. Für den baptistischen Bürgerrechtler Dr. Martin Luther King waren die Homilien der alttestamentlichen Propheten ein Fundament seines Kampfes für die Gleichberechtigung der Afroamerikaner, aus ihnen schöpfte er seinen eigenen prophetischen Traum.
Die Bibel warnt uns im Buch der Sprüche mit deutlichen Worten vor den Folgen, wenn wir uns von der Prophetie abkoppeln: „Wo es keine Prophetie gibt, legen die Menschen ihre Hemmungen ab“ (Sprüche 29,18).
Wenn sich aber unsere christlich-neutestamentliche Spiritualität mit dem Alten Testament und vor allem den Propheten verbindet, werden wir diejenigen sein, auf die wir zwecks sozialer Gerechtigkeit schon seit langem warten.
Amen
Literaturhinweise
- Das Evangelium des Markus, erklärt von Adolf Pohl, Wuppertaler Studienbibel - Ergänzungsband, Wuppertal 1986
- Jim Wallis, Wer, wenn nicht wir - Streitbare Visionen für eine gerechte Politik, Moers 2007
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