Ähnliche Inhalte

Social Bookmarks

Add to: Mr. Wong Add to: Webnews Add to: Icio Add to: Oneview Add to:  FAV!T Social Bookmarking Add to: Favoriten.de Add to: Seekxl Add to: Social Bookmark Portal Add to: BoniTrust Add to: Power-Oldie Add to: Bookmarks.cc Add to: Newskick Add to: Newsider Add to: Linksilo Add to: Readster Add to: Yigg Add to: Linkarena Add to: Simpy Add to: Netvouz Add to: Folkd Add to: Spurl Add to: Google Add to: Blinklist Information
Social Bookmarking
718881

Alte Inhalte

Diese Inhalte werden nicht mehr gepflegt, sondern sind archiviert.

Bitte betrachten Sie diese Inhalte als "historische Dokumente", nicht als aktuelle Äußerungen der jeweiligen Verfasser (es sei denn, der jeweilige Verfasser verweist in einem aktuellen Artikel auf einen dieser archivierten Inhalte, ohne den Inhalt als nicht mehr aktuell zu bezeichnen).

Soweit es um die Kopftuch- und Schleierdebatte geht, finden Sie aktuelle Inhalte auf unserer Webseite  www.Burkaverbot.de.

Mache dich auf, werde Licht PDF Drucken E-Mail
Christlicher Glaube - Andachten und Predigten
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Dienstag, den 05. Juni 2007 um 13:42 Uhr

Andacht zu Jesaja 60,1-3 , gehalten anläßlich der Weltweiten Gebetswoche der Evangelischen Allianz am 11. Januar 2007 in der evangelischen Gottesdienststätte "Sandgrube" in Stuttgart-Zuffenhausen

Thema ist eine christliche Mission, bei der dem Beispiel Jesu gefolgt wird, sich zu den Menschen aufzumachen und ihr Leben in ganzer Tiefe zu teilen (siehe Philipper 2,5-11 )

Bibeltext: Jesaja 60,1-3

„Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir!

Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.

Und die Heiden werden zu deinem Lichte ziehen und die Könige zum Glanz, der über die aufgeht.“

Andacht

Liebe Allianz-Gemeinde, liebe Besucher dieses Aliianz-Gebetsabends,

die Allianz schlägt als ergänzenden Text zu unserem heutigen Thema Epheser 21 vor, wie wir ihn eben in der Schriftlesung gehört haben. Ich persönlich hätte einen anderen Text zur Vertiefung vorgeschlagen, ebenfalls aus einem Brief des Paulus, jedoch an die Gemeinde in Philippi. An diese Gemeinde schreibt der große Missionar:

„Habt im Umgang miteinander stets vor Augen, was für einen Maßstab Jesus Christus gesetzt hat: Er war in allem Gott gleich, und doch hielt er nicht gierig daran fest, so wie Gott zu sein. Er gab alle seine Vorrechte auf und wurde einem Sklaven gleich. Er wurde ein Mensch in dieser Welt und teilte das Leben der Menschen“2.

Wenn Gott durch den Propheten Jesaja sagt: „Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt“, so klingt für mich das gleiche Prinzip an, das auch Paulus in seinem Brief an die Philipper vor Augen steht: Folge dem dir gegebenen Beispiel. Dein Licht kommt, darum werde licht. Dein Gott wurde Mensch und teilte das Leben der Menschen, darum gehe hin, gib alle deine Vorrechte auf, werde einem Sklaven gleich, teile das Leben der Menschen.

Liebe Allianz-Gemeinde,

die abendländische Christenheit tut sich heutzutage mit der Mission schwer. Der eine Flügel der Christenheit, die liberalen Christen, hat so seine Probleme mit der Mission, die ich hier aber nicht vertiefen will; denn von diesem Flügel ist heute abend vermutlich niemand anwesend, den ich ansprechen könnte. Der zweite Flügel der Christenheit, die evangelikale Bewegung, die erwecklichen Christen, also wir, die wir im engeren oder weiteren Umfeld der Evangelischen Allianz stehen, wie steht es bei uns mit der Mission?

Die Evangelische Allianz rät uns in den Vorbereitungsmaterialien für diese Abende, daß wir in unserem Gebet Buße und Beugung tun sollen wegen der Gewöhnung und Gleichgültigkeit in Bezug auf den Missionsauftrag und wegen unserer Unempfindlichkeit gegenüber der Verlorenheit von Menschen, die Jesus nicht kennen.

Was Mission betrifft, so habe ich viele Wünsche an uns evangelikale Christen. Ich teile den Wunsch der Allianz, über die genannten Mißstände Buße zu tun und uns vor Gott deswegen zu beugen.

Ich wünsche mir, daß wir wieder mit neuem Eifer, mit neuer Leidenschaft für die Mission beten, nicht nur allgemein und unverbindlich, sondern für Menschen, die wir kennen, für Nachbarn, Arbeitskollegen, Mitschüler, daß wir Gott die Möglichkeit geben, aus dem Gebet auch verbindliches Handeln folgen zu lassen.

Ich wünsche mir, daß wir die Mission nicht länger den Fachleuten überlassen. Ich wünsche mir, daß wir auch als Laien den Missionsauftrag ernst nehmen.

Ich kenne eine Frau, die dies in wunderbarer Weise tut, obwohl sie keine theologisch ausgebildete Missionarin ist. Sie hat sich in einem türkischen Geschäft einen langen türkischen Mantel und ein großes Kopftuch gekauft und trägt diese Kleidung nun jeden Tag. Ganz bewußt sucht sie die Nähe türkischer Frauen, deren Freundin sie werden möchte. Sie teilt das Leben dieser Frauen, auch die Ablehnung von seiten der Deutschen, die sie oft für eine Türkin und Muslimin halten, die ihr darum nicht selten unfreundlich begegnen, hinter ihrem Rücken über sie reden. Sie kennt das Leben einer türkischen Frau in der deutschen Öffentlichkeit und die damit verbundenen Benachteiligungen und Diskriminierungen aus eigener Erfahrung, und gerade darum kommen ihre türkischen Freundinnen oft zu ihr, wenn sie vergleichbare Erfahrungen machen. Bei ihr, das wissen sie, bekommen sie keinen billigen Trost, sondern Trost aus der Mitte des Lebens, des gemeinsamen Lebens. Und so kommen diese Frauen auch mit ihren Problemen und Ängsten zu ihr, soweit es die Kultur dieser Frauen zuläßt, mit Freundinnen über intime Probleme zu sprechen. Bei ihr bekommen sie Hilfe und Rat und eine tragfähige Brücke zwischen der deutschen und der türkischen Kultur. Diese Frau versucht nicht, ihre Freundinnen vom christlichen Glauben zu überzeugen; denn sie weiß genau: Durch Argumente mag man eine Diskussion gewinnen, aber keine Herzen für Jesus. Sie legt durch ihr Leben Zeugnis ab von dem Gott, der Mensch geworden ist, der uns in allen Dingen – außer der Sünde – gleich geworden ist. Sie hat sich durch ihre türkische Kleidung und ihre Anpassung an wichtige kulturelle Gebote und Verbote der Türken zur „Sklavin“ der Musliminnen gemacht, hat ihre Vorrechte aufgegeben, ihre Bequemlichkeiten. Da ist kein Wind mehr, der durch ihre Haare wehen kann, aber dafür weht der Heilige Geist durch ihr Leben in die Herzen muslimischer Frauen. Ähnlich hat es die Australierin Christine Mallouhi gemacht, manchen vielleicht durch ihr Buch „Mode, Mütter, Muslime“ bekannt, die sogar in einem islamischen Land lebt und dort auch den Gesichtsschleier trägt, das Leben muslimischer Frauen teilt und so ein lebendiges Zeugnis Christus in einer Welt ist, die scheinbar das christliche Zeugnis so entschieden ablehnt.

Diese Frauen gehören zu den Missionaren, die es den Predigern ermöglichen, die Gute Nachricht von Jesus, das Evangelium, auch Muslimen zu verkündigen. Solche Frauen und Männer bereiten den Boden für die gute Saat vor. Hinter jedem „Fachmann“, der einen Muslim zum Glauben an den Herrn Jesus führen kann, stehen zum einen Beter, zum anderen aber solche Männer und Frauen.

Liebe Allianz-Gemeinde,

Wichtig ist auch, daß wir darauf achten, wie wir die Menschen, um die es geht, betrachten. Neigen wir dazu, sie auf ihre Religion reduzieren? Verlieren wir möglicherweise aus dem Blick, daß es um Menschen mit Ängsten, Wünschen, Bedürfnissen steht, jeder Mensch ein Individuum? Halten wir fest, daß die jeweilige Religion nur ein Hintergrund ist? Auch wir wollen im Gespräch mit Menschen nicht auf unsere Religion reduziert werden. Gestehen wir dies auch den Menschen zu, die keine Christen sind oder nicht „gläubig in unserem Sinne“.

Ganz besonders wichtig ist es, daß wir bei der Mission keine falschen Ziele in den Mittelpunkt stellen. Geht es uns beispielsweise um den von Gott und uns geliebten Muslim, oder verstehen wir Mission unter Muslimen als ein Bollwerk gegen den gefährlichen, angstmachenden Islam, wollen wir Muslime wie Steine aus einer drohenden Mauer herausbrechen? Wenn wir schon dabei sind:

Sind wir allein FÜR Jesus oder deutet alles, was wir tun und sagen, darauf hin, daß wir auch oder sogar ganz GEGEN etwas sind, etwa gegen den Koran, gegen den Islam, gegen Muhammad?

Und wollen wir ALLEIN Jesus verkünden, oder halten wir auch unsere westliche Kultur, unsere demokratische Regierungsform, unser Kirchen- und Gemeindeverständnis, unseren Frömmigkeitsstil, unsere Wertvorstellungen für verkündenswert, unsere Haltung Israel und den USA gegenüber?

Liebe Allianz-Gemeinde,

nicht nur bei liberalen Christen, sondern auch bei uns evangelikalen Christen ist in Bezug auf die Mission nicht alles so, wie es sein sollte. Wir haben Grund, uns heute deswegen vor Gott zu beugen und Buße zu tun, wo wir unser Versagen erkennen, sei es Gewöhnung, Gleichgültigkeit, die Unempfindlichkeit gegenüber Verlorenen oder was sonst.

Wir haben aber ebenso Grund für Dank und Anbetung; denn Gott hat die Leidenschaft für die von ihm geschaffenen Menschen ebenso wenig verloren wie die Lust an seinem Rettungswerk. Er hat immer noch nicht aufgehört, uns an diesem Rettungswerk zu beteiligen.

Und obwohl wir Christen in Bezug auf die Mission oft träg sind und mehr oder weniger unfähig, fröhliche und glaubwürdige Zeugen zu sein, so bleibt Gott doch voller Geduld und Nachsicht.

Fragen wir uns aber trotzdem, ob nicht das Vordringen des Islam ein Gericht Gottes über eine lau gewordene Christenheit darstellt, die es versäumt hat, ihrer Berufung als Zeugen des Reiches Gottes treu zu sein. Wenn dieses Gericht uns aufrüttelt, uns aus unserer Trägheit aufweckt und uns dahin bringt, daß wir wieder fröhliche und glaubwürdige Zeugen sein wollen, so ist auch das ein Grund für Dank und Anbetung.

Liebe Allianz-Gemeinde,

es gibt viele Anliegen, die wir in Bezug auf die Mission vor Gott tragen können.

Ein Anliegen von mir ist, daß die ganze Christenheit wieder tief betroffen ist über diejenigen, die verloren sind, weil sie noch nicht gehört haben, was der Herr Jesus für sie getan hat. Mit Euch werde ich dafür beten, daß wir Christen der Verlorenheit der Menschen nicht gleichgültig gegenüberstehen, sondern daß es uns von Herzen bewegt, daß es uns vor Gott demütig macht und wir vor Gott auf den Knien liegen auf der Suche nach Mitteln und Wegen, um die Verlorenen zu finden.

Wir beten ohne Unterlaß, daß wir fähig werden und zugleich gute Gelegenheiten bekommen, die frohe Botschaft von Jesus vorzuleben und weiterzusagen.

Wir beten für die Verkündiger, die Evangelisten und Missionare, die wir kennen.

Wir beten für die Ausbildungsstätten für Verkündiger, Evangelisten und Missionare, damit sie Christen ausbilden können, in Wort und Tat vom Herrn Jesus Zeugnis abzulegen. Da gibt es etwa die Akademie für Weltmission drüben in Korntal, die hier eine wertvolle Arbeit leistet.

Wir beten für alle Bemühungen von Kirchen und Missionsgesellschaften, Migranten in unserem Land das Evangelium vorzuleben und weiterzusagen.

Wir beten für einen Jesus-ähnlichen Lebensstil in der Begegnung mit Menschen aus anderen Kulturen und Subkulturen, daß wir ihnen in Liebe und Respekt und mit der Bereitschaft, ihnen zu dienen, begegnen.

Wir beten für Gemeinden, die sich in besonderer Weise für Migranten und Angehörige anderer Kulturen einsetzen und ihnen eine Heimat bieten wollen, etwa die Arabische Gemeinde von Pfarrer Hanna Josua in Stuttgart und die Türkische Gemeinde in Sindelfingen.

Wir beten auch für JesusHouse im April 2007 mit all seinen buntschillernden Facetten, zuerst der zentrale Veranstaltungsort, die Fischauktionshalle in Hamburg, daneben die vielen Orte, in die JesusHouse via Satellit übertragen wird, darunter auch Zuffenhausen, wo die Volksmission und die Martin-Luther-King-Kirche JesusHouse anbieten werden.

Liebe Allianz-Gemeinde,

Mission ist ein großes Thema. Als einzelner Christ ist man schnell überfordert. Aber wir bilden ja eine Allianz, eine Gemeinschaft. Keiner von uns ist allein, wir beten füreinander, wir sind füreinander da, wir stehen füreinander ein. Allianz ist von jeher auch eine Missions-Allianz.

Vor allem aber haben wir Jesus, der uns durch seine Liebe verändern will. Auf ihn sehen wir, ihn verlieren wir nicht aus den Augen! In ihm haben wir einen Freund, zu dem wir uns allezeit wenden können. Er ist treu, er ist uns alles. Er ist es auch, der uns fähig macht, seine Gute Nachricht vorzuleben und weiterzusagen. Schauen wir auf ihn, hören wir auf ihn, warten wir auf ihn!

Amen.

1 Epheser 2,14-22 – dieser Text handelt von der Versöhnung der Juden und Nichtjuden in Jesus Christus

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 02. März 2010 um 09:41 Uhr
 
InfoAdministrationXML Sitemap