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Wie der evangelikale Nachrichtendienst idea berichtet, solle auf dem Evangelische Kirchentag 2007 der Dialog mit den Muslimen eines der "heimlichen Top-Themen" sein. Dazu habe die Generalsekretärin des Kirchentages, Ellen Ueberschär, gesagt: "Man brauche noch einmal eine gründliche Debatte, wie die Christen mit den Religionen der Zuwanderer umgehen".
Ob Frau Ueberschaer sich auch einen Dialog mit zugewanderten Christen vorstellen kann? Auch mit solchen aus Ländern der islamischen Welten, die beispielsweise wegen religiöser Verfolgung geflohen sind?
Weiters sagte die Dame, die auf dem Kirchentag gerne mit islamischen Verbänden diskutieren möchte:
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Es kann ja auch eine Herausforderung sein, wenn zu uns Menschen kommen, die ihren Glauben ernster nehmen als wir |
Nun, ich empfinde es als ein Armutszeugnis für Christen, wenn sie selbst davon sprechen, ihren Glauben nicht ernst zu nehmen - jedenfalls weniger ernst, als Muslime es tun. Es ist auch ein fatales Signal an die Muslime. Man höre dies einmal mit muslimischen Ohren - kann man die Einladung, sich missionieren zu lassen, überhören? Jedenfalls ist diese Aussage nicht gerade als ein gelungener Startschuß für einen Dialog auf gleicher Augenhöhe zu betrachten. Er bestätigt das Vorurteil vieler Muslime, daß die Christen ihren Glauben längst nicht mehr ernst nehmen - und daß nur der Islam hier eine Heilung bringen kann.
Wie dem auch sei, Frau Ueberschär muß nicht erst außerhalb des Christentums oder selbst des Protestantismus nach Menschen suchen, die ihren Glauben ernst nehmen. Da gibt es das evangelikale wie auch das charismatische Lager in Volks- und Freikirchen wie auch in landeskirchlichen Gemeinschaften (was freilich nicht heißen soll, daß nur Evangelikale und Charismatiker ihren Glauben ernst nehmen).
Aber die Geschichte des Dialogs zwischen "Liberalen" (denen ich, wo sie ihren Glauben ernst nehme, ebensolchen Respekt entgegenbringe wie Evangelikalen und Charismatikern, die ihren Glauben nicht zu ernst nehmen) und denen, die "ihren Glauben ernster nehmen als wir" zeigt, daß dies in der Regel nicht wirklich gut funktioniert hat. Innerhalb der Kirche gelten jene, die "ihren Glauben ernster nehmen als wir" leicht als Fundamentalisten, mit denen man nichts zu tun haben will. Zwar ist die Zeit der großen Auseinandersetzungen vorbei, aber man geht getrennte Wege, wo immer das möglich ist.
Der Dialog mit jenen außerhalb der Kirche allerdings, die "ihren Glauben ernster nehmen als wir", scheint meist besser zu gelingen. Was man bei christlichen "Fundamentalisten" verabscheut, bewundert man etwa bei Muslimen - sieht man als eine Herausforderung und spricht eine Einladung zur Missionierung aus, die von den islamischen Verbänden sicherlich auch als eine solche verstanden wird.
"Euch euer Glaube, uns unser Glaube", was man von islamischer Seite immer wieder hört, ist von Frau Ueberschär umgemünzt worden in "wir haben keinen Glauben, zeigt uns euren Glauben".
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