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Charly Lücker: Salafisten in Mönchengladbach VIII PDF Drucken E-Mail
Blog - Was andere meinen
Montag, den 27. Juni 2011 um 08:22 Uhr

Charly Lücker auf seinem Katalyma-Blog:  Salafisten in Mönchengladbach VIII über die aktuelle Situation in Mönchengladbach nach der von beiden Seiten (Salafi und Rechtspopulisten) ausgegangenen Eskalation am Freitag und vor der angekündigten Auiflösung des Vereins "Einladung zum Paradies" (EZP).

Übrfigens lohnt sich auch ein Blick auf zwei Videos von den Vorgängen am Fraitag: " target="_blank">Video II. Sie zeigen viel von dem, was die Rechtspopulisten in Mönchengladbach verschweigen und was auch in den Medien zu kurz kommt (wenn ich das richtig sehe, berichtet nur Charly Lücker davon), daß nämlich die rechtspopulistischen Gegner der Salafi überaus aggressiv sind.

Die angekündigte Auflösung des Vereins EZP wird es de Salafi in Mönchengladbach ermöglichen, ihre Botschaft sehr viel effektiver unter das Volk zu bringen und zwar nicht den Angriffen durch Rechtspopulisten zu entgehen, aber dem Staat die (von mir allerdings kritisch gesehene) Überwachung zu erschweren. Die Mönchengladbacher Salafi sind keinesfalls "erledigt", wie ihre Regner bei der BI, der IgS, bei "Politically Incorrect" und anderswo glauben - sie sind meiner Einschätzung nach stärker als je zuvor.

An dieser Stelle äußere ich noch einmal meine Einschätzung, daß unter den in Deutschland wirkenden Islamisten die Salafi im Allgemeinen und die von "Einladung zum Paradies" im Besonderen zu den weniger Problematischen gehören (was nicht heißt, daß es keine höchst problematischen Salafi in Deutschland gäbe und nicht auch höchst problematische Individuen bei EZP bzw. in deren Dunstkreis).

Schaut man auf Mönchengladbach, so erscheinen mir dort die Leute von der "Bürgerinitiative Eicken" und der "Interessengemeinschaft gegen Salafisten" weitaus gefährlicher - vor allem, wenn man sich etwa das auf Charly Lücker angesprochene Verfassungsverständnis der BI im Hinblick auf das Versammlungsrecht anschaut (legte man dieses Verständnis zugrunde, wäre auch jeder kirchliche Hauskreis, jedes Miteinander von Gottesdienstbesuchern vor und nach dem Gottesdienst usw. ein Verstoß gegen das Versammlungsgesetz). Die Rechtspopulisten verursachen mit ihrer Hetze und ihren Angriffen eine Radikalisierung und Abschottung der Salafi. Ich würde mich allerdings nicht wundern, wenn dies gewünscht ist.

Wie dem auch sei: Die Salafi in Mönchengladbach wünschen sich, daß Deutschland zu einem - man verzeihe mir den Ausdruck - "Gottesstaat" wird. Das ist, um es einmal ganz deutlich zu sagen, ihr gutes Recht. Auch ich bin mit diesem unseren Staat nicht zufrieden, ich wünsche mir ebenfalls als evangelikaler, freikirchlicher Baptist einen Staat, der von meiner Religion geprägt ist: Echte Trennung von Staat und Kirche statt nur weltanschaulicher Neutralität des Staates, ein Ende des Religionsunterrichtes an staatlichen Schulen, echte Religionsfreiheit - auch für Kopftuch tragende muslimische Lehrerinnen und Erzieherinnen sowie komplett verschleierte Frauen, ein Ende der Kirchensteuer usw. usf. Damit stehe ich zumindest an der Grenze zur Verfassungsfeindlichkeit, weil ich für eine Neugestaltung unserer Gesellschaft eintrete, die bis auf die Ebene der Verfassung reicht; denn auch den Gottesbezug im Grundgesetz würde ich gerne gestrichen sehen. Wenn man den freikirchlichen Wunsch nach völliger Trennung von Staat und Kirche als den Wunsch nach einem Gottesstaat versteht, ja, dann will ich in einem Gottesstaat leben. Wenn dieser Wunsch mein gutes Recht ist, dann ist erst einmal auch der Wunsch der Salafi, in einem Gottesstaat zu leben, ihr gutes Recht - so lange sie nicht verfassungswidrig agieren.

 

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