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Terry Jones schuld am Tod von Menschen? PDF Drucken E-Mail
Blog - Sonstiges
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Samstag, den 02. April 2011 um 17:38 Uhr

Nach der von rund 30 Vollpfosten durchgeführten Koranverbrennung in Florida muß man mittlerweile von wenigstens 17 Tofdesopfern allein in Afghanistan aufgrund dortiger Proteste ausgehen. In den Medien lautet der Tenor: Jones und die Koranverbrennung tragen dafür die Schuld, nicht aber die Demonstranten und jene, die sie aufgehetzt haben.

Nehmen wir einmal spaßeshalber an, "evangeikale Freikirchler" würden nach der Verbennung einer Bibel, wie etwa hierzulande durch einen GEZ-finanzierten Sender geschehen, wie in vielen islamischen Ländern wiederholt geschehen, wie in diversen atheistischen bzw. kommunistischen Ländern wieder und wieder geschehen, nicht nur protestieren (eigentlich eine völlig abwegige Vorstellung), sondern sogar so gewalttätig und aggressiv protestieren, daß dabei Menschen ums Leben kommen  - wem würde man dafür wohl die Schuld geben?

Was Terry Jones & Co. getan haben, ist in jeder Hinsicht zu verurteilen. Die evangelikalen Christen gehörten zu den ersten, die das getan haben (hat man davon je etwas in den hiesigen Medien gehört?).

Ganz klar auch: Terry Jones trägt insofern eine schwere Schuld, weil er wissen mußte (es sei denn, man nähme an, er sei geistig zurückgeblieben), daß etwaige Proteste nicht ihn und seine Leute in Florida treffen würden, sondern immer zuerst und am heftigsten Unschuldige in islamischen Ländern.

Nicht weniger klar: Was Jones & Co. getan haben, ist nichts anderes als ein "anderes Evangelium", es steht ganz und gar im Widerspruch zur Lehre Jesu. Jesus hätte nie ein dem Koran vergleichbares Buch etwa der Samariter, der Römer oder von wem sonst verbrannt.

Aber was etwa in Afghanistan nun tatsächlich geschieht, ist nicht weniger schlimm und nicht weniger ausdrücklich zu verurteilen.

Die Schuld an der Gewalt dort tragen jene, die zur Gewalt aufhetzen - darüber hinaus aber auch jene, die sich auch im Westen bereit finden, diese Gewalt zu entschuldigen und jene radikalen Muslime von aller Schuld freizusprechen, als seien das nicht etwa erwachsene Menschen, sondern irgendwie geistig zurückgebliebene Kinder, die man für das, was sie tun, nicht zur Verantwortung ziehen kann, weil sie gar nicht anders können. Das freilich ist nichts anderes als blanker Rassismus.

Medien freilich, die sich auf solche Berichte stürzen wie Aasgeier, geben den Haßpredigern hier wie dort eine Bühne, die die Spirale von Haß und Gewalt immer weiter drehen läßt.

Man darf freilich auch nicht vergessen: Ob in den USA oder sonstwo Koranverbrennungen stattfinden oder nicht - Vorfälle wie die in Afghanistan wird es immer geben, Anlässe dazu lassen sich von Haßpredigern immer finden. Es geht meistens nicht um den konkreten Anlaß - es gibt einen gewissen Grundhaß, den Haßprediger immer und immer wieder anfeuern. Doch bleibt ihr Anfeuern aus (wie zuerst nach der Veröffentlichung der Muhammad-Karikaturen - der "Protest" entstand erst mit einer starken Verzögerung), dann gibt es auch keine Gewalt.

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 04. April 2011 um 10:22 Uhr
 

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