|
(Stuttgart, 1. April 2011, apa) APRILSCHERZ - Bei den gestern begonnenen Koalitionsverhandlungen zwischen Grünen und SPD in Baden-Württemberg soll es, wie es aus gewöhnlich gut unterrichteteten Kreisen heißt, nach dem Willen der Grünen auch um die evangelikalen Freikirchen im Ländle gehen.
Sie seien nach Überzeugung der Grünen in vielen Bereichen höchst problematisch: Evangelikale Freikirchler würden nach Auskunft eines niedersächsischen Kriminologen ihre Kinder häufiger schlagen als alle anderen Gruppen der Bevölkerung. keine andere Gruppe sei zudem so homophob wie die Freikirchler, und wenn es um Islamophobie geht, stünden sie nach Überzeugung der Grünen den Rechten nicht nur in nichts nach, sondern überträfen diese sogar, wenn etwa Muslime getauft würden - was für die Grünen mit der "Judentaufe" vergleichbar sei.
Auch die "Mission Gottesreich" der Glaubenskrieger stimmt die Grünen ärgerlich, freikirchliche Missionare gelten als großes Problem - "um ihre Sekten mit leicht zu manipulierenden Seelen zu füllen, ist den Missionaren jedes Mittel recht; denn jeder Bekehrte bringt natürlich auch viel Geld ein".
Die Grünen sehen in ihrem überwältigenden Wahlsieg in Baden-Württemberg auch eine Bestätigung ihres bisherigen evangelikal-kritischen Kurses - "der Wähler erwartet nun schnelle Erfolge im Umgang mit evangelikalen Freikirchen".
Allerdings will man keine "Freikirchenkonferenz" nach dem Muster der Deutschen Islamkonferenz. Seitens der Grünen fürchtet man, daß man damit die Evangelikalen aufwerten würde. "Wir richten ja auch keine Konferenzen mit Rechten ein", heißt es hierzu. "Solchen Gefahren kann man nicht mit Konferenzen begegnen. Außerdem glauben wir, daß solche Konferenzen vor allem dazu da sind, daß die Mehrheitsgesellschaft sich bewegt, auf die Minderheiten zugeht."
Statt dessen soll es eine im Innenministerium angesiedelte Behörde mit weitreichenden Befugnissen geben, die den Evangelikalen Widerstand leistet. Den Kreisen zufolge wolle man Verbindungsleute gewinnen, die der geplanten Behörde zuarbeiten, sie mit Informationen über Vorgänge, Predigten, verbreitete Literatur, verfassungsfeindiche Aktivitäten usw. versorgen soll.
Eine enge Zusammenarbeit mit dem Verfassungsschutz ist ebenfalls angedacht. Demonstranten, die etwa vor freikirchlichen Gemeindehäusern gegen Islamophobie, Homophobie oder Mission protestieren, soll Unterstützung und Schutz - notfalls auch durch die Polizei - gewährt werden. "Für den Protest soll es keine Grenzen geben dürfen, und der Staat soll das unterstützen", heißt es aus den Kreisen.
Aber auch die Justiz soll eingebunden werden: Freikirchliche Pastoren, die etwa Muslime taufen, Schwule heilen wollen oder gegen die das Recht auf Abtreibung predigen, sollen bestraft werden, weil sie in einer Weise, die geeignet ist, den Frieden zu stören, öffentliche Ärgernisse erregen. Solche Pastoren sollen den Kreisen zufolge endgültig aus dem Verkehr gezogen werden, ihre jeweiligen Kirchen gegebenenfalls verboten werden, wenn die Kirchgänger erkennen lassen, hoffnungslos im Bann ihrer Prediger zu stehen.
Keinen Spaß verstehen die Grünen den Kreisen zufolge, wenn etwa durch die Untaten der Homo-Heiler Schwule oder Lesben Selbstmord begehen.Strafrechtlich wolle man zwar nur in Ausnahmefällen vorgehen, doch sollten Mitglieder solcher Gemeinden verpflichtet werden, an Seminaren gegen Homophobie teilzunehmen: "Wenn dem evangelikalen Terror unschuldige Menschen zum Opfer fallen, will man deutliche Zeichen setzen."
Man sieht aber auch die Notwendigkeit, den bedauernswerten Opfern der Evangelikalen zu helfen. Schwule, die in die Fänge von Homoheilern geraten sind, sollen eine schnelle Therapie erhalten. Muslime, die zur Taufe genötigt wurden, sollen wieder in die Moscheegemeinden integriert werden. Keinesfalls will man die Opfer bestrafen, wenn sie etwa vorgeben, von ihrer Homosexualität geheilt oder als getaufte Evangelikale glücklich zu sein. Die Opfer, so ist man überzeugt, brauchen Hilfe, und das möglichst unbürokratisch.
|
Bitte haben Sie Verständnis dafür, daß Ihr Kommentar erst vom Webmaster freigeschaltet werden muß, um unerwünschte Werbung zu verhindern. Die Freischaltung erfolgt so schnell wie möglich.