|
Solange ich unter Windows gearbeitet habe, habe ich OS/2 in Connectix bzw. MS VirtualPC verwendet - was ich auch empfehlen kann. Seitdem ich auf Linux umgestiegen bin, verwende ich zur Virtualisierung von OS/2 VirtualBox.
Meine Erfahrungen mit VirtualPC sind durchweg positiv: Darin läuft OS/2 zwar nicht so schnell wie in der VirtualBox, dafür aber vollkommen stabil. Die Gasterweiterungen für OS/2 sind erstklassig.
In VirtualBox läuft OS/2 meinem Eindruck nach schneller und flüssiger als unter VirtualPC, dafür habe ich aber einige Abstürze von OS/2 im virtuellen PC erlebt (meist einen so genannten TRAP direkt nach dem Start der WPS). Die Gasterweiterungen reichen nicht an die von Virtual PC heran, sind aber ausreichend. Dafür bietet VirtualBox vollständige USB-Unterstützung für das Gastsystem (was ich allerdings bisher nixcht ausprobiert habe).
Hier ein paar Tipps zum Betrieb von OS/2 unter VirtualBox:
Grundsätzlich empfiehlt es sich, eine aktuelle OS/2-Version zu verwenden, und da sollte die Wahl auf eComStation 1.2R bzw. 2.0 GA fallen. Letztere ist leider bisher nicht auf deutsch erschienen.
VirtualBox konfigurieren
VirtualBox sollte für OS/2 so konfiguriert werden, daß insbesondere VT-x bzw. AMD-V aktiviert sind. Dies setzt eine entsprechende CPU voraus. Ohne diese Funktionen wird OS/2 in VirtualBox nicht funktionieren (dann bleibt nur die Verwendung von Virtual PC unter Windows, das ohne diese Erweiterung auskommt).
Auch PAE/NX sollte aktiviert werden.
Obwohl eCS mehrere CPUs unterstützt, habe ich damit unter VirtualBox keine guten Erfahrungen gemacht, aber auch nicht nach Ursachen und Lösungen gesucht.
Als virtuelle Soundkarte enpfiehlt sich die SoundBlaster 16.
Ffür das Netzwerk sollte nicht NAT, sondern die Netzwerkbrücke verwendet werden, um den virtuellen OS/2-Rechner vollständig in das Netzwerk integrieren zu können. Als Netzwerkkarte empfiehlt sich die PCnet-FAST III.
Die virtuelle Festplatte sollte etwa 8 GB groß sein und kann während der Installation mit HPFS bzw. bei eCS 2.0 auch mit JFS formatiert werden. An RAM sollte man eCS 256 MB oder mehr zur Verfügung stellen. Ich habe mit 512 MB gute Erfahrungen gemacht. Im Prinzip sind 3 GB die obere Grenze, da OS/2 ein 32-Bit-System ist.
eComStation 1.2R installieren
Dummerweise läßt sich eCS 1.2R häufig nicht unter VirtualBox installieren. Diesesa Problem läßt sich umgehen - am einfachsten, wenn man einen Windows-PC mit VirtualPC hat. Dort läßt sich eCS 1.2R installieren, und danach kann man die virtuelle Festplatte unter VirtualBox verwenden. Dabei sind nur wenige Anpassungen erforderlich.
eComStation 2.0 GA installieren
Die aktuelle eCS 2.0 läßt sich problemlos in der VirtualBox installieren, bietet hierzu sogar einen eigenen Installationsmodus an.
Ich empfehle, eCS mit dem SNAP-Grafiktreiber zu installieren. Dieser funktioniert wunderbar unter VirtualBox.
Sämtliche von VirtualBox bereit gestellte Hardware läßt sich unter eComStation benutzen.
Gastsystemerweiterungen
VirtualBox bringt einige Gastsystemerweiterungen auch für OS/2 bzw. eCS mit. Hier empfiehlt es sich, alle Erweiterungen wie in der Anleitung beschrieben zu installieren - mit Ausnahme von "VBoxService.exe". Diese führt häufig zu Problemen und ist für den Betrieb von OS/2 in der VirtualBox nicht erforderlich.
Leider unterstützen die OS/2-Gastsystemerweiterungen von VirtualBox bislang nicht die "Gemeinsamen Ordner". Hier bleibt nur die Freigabe der gemeinsam zu nutzenden Ordner im Netzwerk.
Netzwerk
Will man unter eCS Dateisystem-Freigaben moderner Windows- oder Linux-Rechner einbinden, sollte man den bei eCS 2.0 mitgelieferten Samba-Client verwenden, nicht den OS/2-eigenen Netzwerk-Client. Mit ihm ist es mir jedenfalls nicht gelungen, auf alle Freigaben zuzugreifen, egal ob sie sich auf einem Samba-Server unter Ubuntu Linux oder auf Windows XP befinden.
Verwendet man die Netzwerkbrücke von VirtualBox, steht der OS/2-Gast als vollwertiger Rechner im Netzwerk zur Verfügung.
Mit Firefox, Thunderbord usw. stehen aktuelle Internet-Programme zur Verfügung.
Drucken
Zum Drucken empfiehlt es sich, unter OS/2 Postscript- bzw. PDF-Dateien zu erstellen und diese dann vom Host-System aus zu drucken. Damit umgeht man das Problem, daß für viele aktuelle Drucker keine OS/2-Treiber existieren.
Eine Alternative steht mit eCUPS zur Verfügung, der OS/2-Portierung des Drucksystems CUPS. Diese gehört jedoch derzeit noch nicht zum Lieferumfang von eCS, muß also nachinstalliert und dann konfiguriert werden.
|
Bitte haben Sie Verständnis dafür, daß Ihr Kommentar erst vom Webmaster freigeschaltet werden muß, um unerwünschte Werbung zu verhindern. Die Freischaltung erfolgt so schnell wie möglich.