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Im Hinblick auf die Integration von "Ausländern" wird immer wieder vorrangig auf das Scheitern derselben hingewiesen.
Dabei gibt es ein besonderes Beispiel erfolgreicher Integration, das allzu oft übersehen wird: Die Integration von Christen mit Migrationshintergrund in evangelische Freikirchen.
Es dürfte nur wenigen bekannt sein, daß etwa jede dritte Gemeinde im Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden eine so genannte Migrationsgemeinde ist.
Auch andere Freikirchen weisen eine große Zahl an Migrationsgemeinden auf - und es gibt viele freikirchliche Gemeinden mit einem relativ hohen Anteil an Mitgliedern mit Migrationshintergrund, seien es nun Baptisten, Methodisten, Freie evangelische Gemeinden, Gemeinden der Heilsarmee usw.
Diese Beispiele gelungener Integration werden zu Unrecht weithin ignoriert - allenfalls weist man auf Probleme hin, wenn etwa einige wenige freikirchliche Eltern mit zumeist rußlanddeutschen Wurzeln ihre Kinder zu Hause unterrichten wollen ("Home Schooling" - ein außerhalb Deutschlands weit verbreitetes edukatives Konzept). Dabei sind das Ausnahmeerscheinungen, und doch werden häufig nur sie in der Integrationsdebatte wahrgenommen, wenn der Blick auf Freikirchen fällt - als Beispiele eines Scheiterns, wobei dieses vernichtende Urteil meines Erachtens nicht zwangsläufig angebracht ist.
Meine eigene Biografie ist untrennbar mit einer so genannten Migrationsgemeinde verknüpft - am 10. Juni 1987 wurde ich in der Christian Church Elim in Hamburg auf das "persönliche Bekenntnis zu unserm Herrn und Heiland Jesus Christus (...) in den Tod Jesu hineingetauft (...) und der Gemeinde Jesu Christi hinzugetan" - in diesem Falle einer schwarzafrikanisch geprägten Pfingstgemeinde. Integration ist tatsächlich keine Einbahnstraße.
Meine jetzige baptistische Heimatgemeinde, die Stuttgarter Martin-Luther-King-Kirche, weist viele Mitglieder und Freunde mit Migrationshintergrund auf - und gibt einer tamilischen Gemeinde Unterkunft. Die Zusammenarbeit zwischen der "deutschen" und der "tamilischen" Gemeinde könnte sicherlich intensiviert werden, aber auch hier ist die Integration eindeutig gelungen.
Im Hinblick auf die Integration von "Ausländern" sollte man sicherlich auch nicht die Leistung freikirchlicher Missionare vergessen. Mission bedeutet dabei freilich nicht "Heiden zwangsbekehren", sondern Konvivenz, Nachbarschaftsarbeit. Nicht wenige erfolgreiche Integrationsbiografien kamen erst durch das engagierte Wirken freikirchlicher Missionare zustande.
Eine besondere Rolle spielen in diesem Zusammenhang natürlich "Missionare mit Migrationshintergrund", von denen es in den Freikirchen etliche gibt, die nicht nur unter "Ausländern", sondern auch unter "Deutschen" wirken.
Wie dem auch sei, was die kleinen Freikirchen in Sachen Integration leisten, sollte nicht ignoriert, sondern beachtet und wertgeschätzt werden, auch wenn es natürlich hier und da Entgleisungen gibt. Die geschehen jedoch nicht "fahrplanmäßig", sondern sind eben "Unfälle", die man studieren sollte, um sie zukünftig zu vermeiden.
Wer sich mit den Migrationsgemeinden in Deutschland befaßt, sollte sie freilich nicht auf den Faktor "Migration" oder eine Gruppe der "Ausländer" reduzieren, sondern sie in erster Linie als christliche Gemeinden in Deutschland wahrnehmen.
Daß jedenfalls "Multikulti" nicht tot ist, beweisen zahllose Freikirchen. In vielen von ihnen ist "Multikulti" eine Erfolgsgeschichte.
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