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Es ist schon bemerkenswert, daß ein ehemaliges Staatsoberhaupt wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung verurteilt wird, so wie es jetzt in Israel Mosche Katzav ergangen ist. Daß so etwas ausgerechnet in Israel passiert ist, dürfte manch einem arischen deutschen Journalisten Bauchmschmerzen bereiten. Recht und Ordnung in Israel, bei den Juden Zionisten?
Noch mehr Bauchschmerzen dürfte freilich eine andere Tatsache bereiten - George Kara, der vorsitzende Richter, der den jüdischen Israeli Mosche Katzav verurteilt hat, war nämlich kein jüdischer Israeli, sondern zwar ein Israeli, aber eben auch ein christlicher Araber.
Man kann daraus lernen:
- In Israel kann ein Araber sogar einen ehemaligen Staatspräsidenten verurteilen
- In Israel werden hohe Politiker vor Gericht ebenso behandelt wie einfache Leute
- In Israel können Frauen damit rechnen, daß ihnen und ihrer Würde vor Gericht Recht geschieht
Alles in allem bedeutet das, daß es mit der Rechtsstaatlichkeit und den Menschenrechten in Israel nicht so schlecht stehen kann, wie man uns immer und immer wieder glauben machen will, damit wir glauben, wir hätten die Juden damals richtig behandelt, weil sie eben nicht wirklich zivilisiert sind, sondern Barbaren und Terroristen, die den Holocaust schließlich irgendwie verdient haben (auch wenn sich das erst seit der Staatsgründung Israels wirklich gezeigt hat).
Dank George Kara und der Verurteilung Katzavs dürfte es uns heute wieder etwas schwerer fallen, den Juden den Holocaust zu verzeihen.
(Übrigens: Wer glaubt, die Israelis hätten einfach einen in der Versenkung verschwundenen Ex-VIP geopfert, um sich den Anschein von Rechtsstaatlichkeit zu geben, der irrt: Die Klage gegen Mosche Katzav wurde bereits während seiner Amtszeit erhoben und führte zu seinem Rücktritt.)
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