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R.I.P.: Roberto "Bobby" Alfonso Farrell (1949-2010) PDF Drucken E-Mail
Blog - Sonstiges
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Donnerstag, den 30. Dezember 2010 um 15:29 Uhr

Heute ist im russischen St. Petersburg während einer Tournee der ehemalige DJ und Boney-M.-Tänzer Roberto "Bobby" Alfonso Farrell (geb. 1949) gestorben.

Frank Farian hatte Bobby Farrell 1976 als Tänzer in seine Disco-Formation Boney M. geholt, nachdem "Baby Do You Wanna Bump" (1975 ein reines Farian-Projekt) ein kleinerer Hit in den Niederlanden und Belgien gewesen war.

Mit der zweiten Single "Daddy Cool" wurde Bobby Farrell neben Liz Mitchell, Marcia Barrett und Maizie Williams weithin bekannt. Andere bekannte Hits des in Deutschland produzierten Quartetts waren etwa "Ma Baker", "Belfast", "Rivers Of Babylon", "Rasputin", "Mary's Boy Child" und "El Lute".

Mit acht Singles und vier Alben konnte Bobby Farrell mit Boney M. zwischen 1976 und 1980 Platz 1 der deutschen Charts erreichen, die Silberne Schallplatte gab es dreimal, die Goldene fünfzehnmal und Platin achtmal. Allein von der Single "Rivers Of Babylon" gingen 1978 mehr als zehn Millionen Scheiben über die Ladentische, von dem Album "Nightflight To Venus" mehr als eine Million Exemplare.

1982 - nach "Little Drummer Boy" - wurde Bobby Farrell, der mit seiner Rolle als Tänzer zunehmend unzufrieden war, gegen Reggie Tsiboe ausgetauscht, der auch selbst singen konnte. Ab 1984 war Bobby Farrell dann aber wieder mit dabei ("Happy Song") und Boney M. vorübergehend ein Quintett mit drei Frauen und zwei Männern.

1985 produzierten Frank Farian und Helmut Rulofs ( Gillas Lebensgefährte, der wichtige Parts gesungen haben soll) für Bobby Farrell eine Solo-Single - "King Of Dancing", das Remake des Boney-M.-Liedes "Dancing In The Streets", das sich 1978 auf der Single mit "Mary's Boy Child" mehr als 600.000 mal verkauft hatte.

1986 löste Boney M. sich dann auf, ab 1992 trat Farrell gegen den Willen von Frank Farian - dem Inhaber der Rechte an Boney M., die er nur an Liz Mitchell übertragen hatte  - als "Boney M. Featuring Bobby Farrell" auf.

Anders, als manche Medien behaupten, haben Farian & Co. nie ein Geheimnis daraus gemacht, daß Bobby Farrell nicht singen konnte und seine Lippen auf der Bühne nur zum Gesang von Frank Farian ("Rocky") bewegte (ähnlich wie Maizie Williams, die ihre Lippen zu Farians Falsett-Gesang bewegte). Schon 1979 vermerkte das Album "Oceans Of Fantasy" auf dem Inner Sleeve bei jedem Song penibel, von wem die jeweiligen Gesangsstimmen der einzelnen Stücke stammten und wer überhaupt die Macher von Boney M. waren - aber auch schon vorher war klar, daß immer nur Farian, Mitchell und Barrett die Stimmen von Boney M. waren, während Farrell und Williams vor allem für die hervorragende Bühnen-Show verantwortlich waren.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 30. Dezember 2010 um 21:15 Uhr
 

Kommentare  

 
# Ra-Ra-RasputinMichael Molthagen 2010-12-31 10:24
Ironie: Bobby Farrell starb am gleichen Ort wie Rasputin, den Boney M. in einem ihrer größeren Hits 1978 besungen haben (mehr als 600.000 Verkäufe der vergoldeten Single): St. Petersburg.

Und: Rasputin verstarb nach dem gregorianischen Kalender am 30. Dezember 1916 (jul.: 17.12.).
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