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Gehört der Islam zu Deutschland? PDF Drucken E-Mail
Blog - Sonstiges
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Montag, den 04. Oktober 2010 um 11:27 Uhr

Gehört der Islam zu Deutschland, wie unser Bundespappkameradpräsident Wulff sagt und wie einer  Umfrage von tagesschau.de zufolge derzeit gerade einmal gute 30 % ebenfalls überzeugt sind?

Meine Antwort ist kurz und einfach: Nein.

Zu Deutschland gehören Menschen, nicht Religionen, Ideologien, Weltanschauungen, politische, philosophische und andere Überzeugungen.

Deutschland ist ein Land der Menschen, und die darf niemand je auf ihre Religion reduzieren.

Und darum gehört zu Deutschland weder der Islam noch das Christentum noch das Judentum. Zu Deutschland gehören Menschen, von denen einige eine Religion haben, andere aber nicht. Einige haben ihre Religion gewechselt - etwa vom Christentum zum Islam oder aber umgekehrt. Andere haben ihre Religion aufgegeben.

Ob ein Mensch zu Deutschland gehört oder nicht, ist niemals eine Frage, die man stellen darf. Jeder Bürger dieses Landes, gleich welcher Herkunft, gleich welcher Religion, gleich welchen religioösen Lebensweges - jeder Bürger gehört zu diesem Land und wehe einer Politik, der Menschen nach Religionen zu Deutschland gehören läßt oder auch nicht. Oder Menschen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religion - Juden, Christen, "inzwischen auch" Muslime" - zu deutscheren, besseren, willkommeneren Bürgern erklärt.

Der derzeitige Bundespräsident hat sich entschlossen, Präsident der Christen, Juden und "inwzischen auch" Muslime zu sein; wer keiner dieser Religionen angehört, wer Atheist ist oder Hindu oder Buddhist oder Satanist, darf sich ausgeschlossen fühlen, ebenso natürlich auch jeder Ex-Muslim. Und jeder Migrant, der nicht zufälligerweise auch Muslim ist, darf sich angesichts der Verengung der Integrationsdebatte auf Muslime auch ausgeschlossen fühlen.

Bedenklich ist, daß der viel zitierten Aussage des Bundespräsidenten, der Islam gehöre "inzwisachen auch" zu Deutschland, ziemlich klar die unbestreitbare, die öffentliche Meinung und das politische und mediale Geschehen in Deutschland prägende Tatsache vorausgeht, daß weite Teile des real existierenden Islam inzwischen nicht nur zu Dauerzuständen der Beleidigung und des Empörtsein neigen, sondern auch zu Gewalt. Wulffs Aussagen zum Islam in Deutschland haben nur eine Quelle: Die Angst. Niemand glaubt ernsthaft, daß irgend etwas anderes als die Furcht vor gewalttätigen Muslimen unsere Politiker zu Islamfreunden macht. Oder zu Feinden der Meinungsfreiheit, zu Feinden des Rechtes auf Bekehrung und Religionswechsel.

Wäre ich Muslim, würde ich die Äußerungen des Bundespräsidenten zum Islam wohl als beleidigend empfinden - wieder einmal zwischen den Zeilen abgestempelt zum "edlen Wilden"; denn nichts anderes steckt hinter der Wulffschen Verneigung vor den Muslimen. Die aber hätten Besseres verdient und nicht diese angstgeborene "Zuneigung".

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 07. Oktober 2010 um 12:39 Uhr
 

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