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Wie Yahoo! News unter Berufung auf AFP mitteilt, wissen in den USA Atheisten besser über die Weltreligionen Bescheid als etwa Christen.
Mich wundert das nicht: Je mehr jemand missioniert (im Sinne von "jemanden von der eigenen Weltanschauung überzeugen und von seiner eigenen weggholen wollen"), um so mehr weiß er auch über die Religionen Bescheid, gegen die er im "Wettstreit" antritt. Da der Neue Atheismus besonders "missionarisch" aktiv ist, ist es auch verständlich, daß in den USA die Atheisten 66 % der 32 Fragen zu den Weltreligionen richtig beantworten konnten, Mormonen 63 %, Protestanten 50 % und Katholiken nur noch 46 %.
Nein, die beiden oberen Absätze sind nicht ernst gemeint.
Immerhin fallen die Juden in den USA, die schließlich 64 % der 32 Fragen richtig beantworten konnten und damit zwischen den Atheisten und den Mormonen plaziert sind, als nicht missionarische Religion aus der Reihe.
Wer die Umfrage nachlesen will, kann das hier tun (in englischer Sprache).
Schaut man sich die Ergebnisse näher an, so erfährt man, daß in den USA die Atheisten und Agnostiker in Sachen Wissen über "Religion in der Öffentlichkeit" am besten abschneiden (gefolgt von den Juden), die Juden in Sachen Wissen über "Weltreligionen" (gefolgt von den Atheisten - der o.g. Artikel führt hier in die Irre) und die Mormonen über Bibel und Christentum (gefolgt von weißen Evangelikalen).
Am wenigsten über die "Weltreligionen" wissen lateinamerikanische Katholiken, am wenigsten über "Religion in der Öffentlichkeit" ebenfalls diese sowie die schwarzen Protestanten und am wenigsten über die Bibel und das Christentum wiederum die lateinamerikanischen Katholiken.
Alles in allem schneiden Atheisten/Agnostiker und Juden am besten ab, schwarze Protestanten und lateinamerikanische Katholiken am schlechtesten.
Eine Deutung erspare ich mir - ob mein nicht ernst gemeintes "je aktiver der Missionar, desto mehr Wissen über die Missionierten" vielleicht doch hier und da zutrifft, mag sich jeder selbst beantworten. In vielen Fällen stimmt es wohl, aber natürlich nicht immer.
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Kommentare
"Woran liegt es, dass Atheisten besser Bescheid wissen als Christen? Stephen Prothero, Professor für Religionswissen schaft an der Universität Boston, nahm zu dieser Frage in einem Gespräch mit dem amerikanischen Sender CNN Stellung: 'Atheisten und Agnostiker haben schon immer viel Zeit damit verbracht, Argumente gegen Christen und deren Anschauungen zu finden. Aus diesem Grund mussten sie sich viele Informationen zu unterschiedlich sten Religionen beschaffen.'"
Quelle: www.pro-medienmagazin.de/.../
So schreibt etwa SpOn (pikanterweise in der Rubrik "Wissenschaft": "Wo wurde Jesus geboren? Wie heißt das erste Buch der Bibel? Menschen, die nicht an Gott glauben, können derlei Fragen am ehesten beantworten." (Quelle)
Nur hat die Umfrage genau das nicht ergeben - bei diesen Fragen ("Bibel und Christentum") schneiden die Mormonen am besten ab, gefolgt von weißen Evangelikalen.
Natürlich kann SpOn das Wörtchen "derlei" als Feigenblatt anführen - schließlich waren dies ja nur einige der Fragen, bezogen auf alle Fragen schnitten die Atheisten und Agnostiker nun einmal am besten ab.
In der Bildunterschrift heißt es dann aber: "Bibel: Christen kennen sie meist weniger gut." Und genau das stimmt ja nun nicht, wenn in eben diesem Bereich Mormonen und weiße Evangelikale am besten abschneiden - und eben nicht Atheisten und Agnostiker.
In den drei Testbereichen konnten die Atheisten nur in einem den ersten Platz belegen: "Religion in der Öffentlichkeit". Im Bereich "Weltreligionen" schnitten die Juden am besten ab, im Bereich "Bibel und Christentum" wie gesagt die Mormonen.
Leider können die Wissenschafts-Redakteure von SpOn nicht erklären, warum das denn nun so ist. Oder warum etwa Katholiken mit lateinamerikani schen Wurzeln und schwarze Protestanten in allen Bereichen besonders schlecht abschneiden. So ist von "Wissenschaft" freilich nicht viel zu sehen.
Irreführung auch beim Schweizer Tagesanzeiger. In meinem RSS-Newsreader und in der URL präsentiert sich ein Artikel mit der Überschrift: "Niemand kennt die Heiligen Schriften wie die Atheisten". Die eigentliche Artikel-Überschrift ist dann etwas genauer: "Die Atheisten sind bibelfester als Juden und Katholiken" - aber freilich nicht bibelfester als Mormonen oder weiße Evangelikale (darüber hinaus umfaßt der betreffende Bereich Bibel und Christentum). Immerhin wird der Artikel dann doch noch wahrheitslieben d: "Mormonen und evangelikale Protestanten waren bei Fragen über die Bibel und das Christentum sattelfest und schnitten am besten ab", auch wenn es hier einen kleinen Fehler gibt, der aber nicht ins Gewicht fällt.
Amüsant ist ein Zitat im Tagesanzeiger: "Dass Atheisten mehr über Religionen wissen als die Gläubigen erstaunt Dave Silverman, den Präsidenten der amerikanischen Atheisten, nicht. 'Atheismus ist die Folge dieses Wissens, nicht das Fehlen des Wissens. Ich gab meiner Tochter eine Bibel. So macht man aus jemandem einen Atheisten.' Je mehr man über Religion wisse, desto eher werde man sie als Mythologie verwerfen, sagte er gegenüber FoxNews.com." Folgt man Silvermans Logik, müßten auch Mormonen, weiße Evangelikale und Juden eher atheistisch, zumindest aber nur wenig religiös sein - und die Neuen Atheisten müßten nicht vor allem die Evangelikalen bekämpfen, sondern die schwarzen Protestanten und die lateinamerikani schen Katholiken.
Eher trifft es wohl doch wieder zu, daß die Atheisten so viel über Religion wissen, weil sie eifrige Missionare sind, die in den religiösen Menschen Feinde sehen, die sie besiegen wollen. Außerdem ist "ihr" Spezialgebiet ja gerade der Bereich "Religion in der Öffentlichkeit" - und da führen sie natürlich häufig einen besonders erbitterten Kampf gegen alle, die gläubig sind, weil sie die Religion aus der Öffentlichkeit verbannen wollen. Mit anderen Worten: Das Wissen der Atheisten über Religionen deutet gerade bei den fundamentalisti schen "Neuen Atheisten" oder "Brights" auf ihre kämpferische Einstellung hin.
"Am schlechtesten beantwortet haben die Fragen weisse evangelikale Protestanten, gefolgt von weissen Katholiken und lateinamerikani sche Katholiken."
Quelle: newsnetz-blog.ch/hugostamm/blog/2010/11/10/atheisten-wissen-mehr/
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