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Koran-Verbrennung oder Moschee-Verschiebung - Empörung droht so und so PDF Drucken E-Mail
Blog - Sonstiges
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Freitag, den 10. September 2010 um 07:41 Uhr

Terry Jones, Führer der von der evangelikalen Bewegung abgespaltenen Sekte Dove World Outreach Center, macht einen Verzicht auf die von ihm geplante Koran-Verbrennung teilweise davon abhängig, daß eine in unmittelbarer Nähe des Ground Zero geplante Moschee etwa fünf Blocks weiter entfernt gebaut wird. Das wurde ihm angeblich von einem als Vermittler auftretenden Imam aus Florida zugesagt, aber Muslime aus New York dementieren das.

Sowohl im Falle einer Koran-Verbrennung als auch einer Verschiebung des Standortes für die Ground Zero-Moschee, die auch von einer Mehrheit der Amerikaner befürwortet wird, drohen jedoch weltweit Proteste von aufgebrachten und radikalisierten Muslimen.

Mehrere zum fundamentalistischen Spektrum des Islam zählende Imame und Vertreter muslimischer Verbände in der ganzen Welt haben bereits erklärt, daß eine Verlegung des Bauplatzes für die geplante Moschee weg vom Ground Zero sogar noch schlimmere Proteste zur Folge haben würde als die dänischen Muhammad-Karikaturen. Die Muslime würden das ihrer Meinung nach keinesfalls hinnehmen - von einem Baustopp der Moschee gar nicht zu reden. Beides würde als "Angriff auf den Islam" gewertet werden, ebenso jegliche Koran-Verbrennung.

Diese Imame und Verbands-Vertreter weisen auch darauf hin, daß es für die meisten Muslime ihrer Ansicht nach keine Rolle spiele, daß Terry Jones mit seiner Koran-Verbrennung ohne Rückendeckung der US-Regierung und der Amerikaner handelt und es keinen rechtlich zulässigen Weg gibt, ihn zu stoppen.

Man erwarte von den USA, daß Terry Jones auf jeden Fall gestoppt und die Meinungsfreiheit dem "Respekt für die Religion" untergeordnet wird.

Bedenkt man die Bedeutung dieser weitreichenden Forderung, so kommt man letztlich zu dem Ergebnis, daß dadurch die Befindlichkeiten radikaler Muslime über die Verfassung der USA gestellt würden, das US-Recht nur noch unter den Vorbehalten eines streng ausgelegten islamischen Sharia-Rechts Geltung hätte.

De jure würden die USA damit zu einem islamischen, ja islamistischen Staat werden, und die Nichtmuslime in den USA wären Dhimmis - ebenso natürlich auch die liberalen Muslime im Land, die nicht selten aus Ländern mit einer strengen Auslegung des Islam geflohen sind, um in den USA in Freiheit leben zu können.

Das Problem an dieser Stelle besteht darin, daß jedes Entgegenkommen der USA dazu führen könnte, daß dadurch ermutigte radikale Muslime weitere Forderungen stellen und mit Protesten drohen, sollten diese nicht erfüllt werden. Wenn die USA den Muslimen versöhnlich die Hand reichen, könnten radikale Muslime den friedlich ausgestreckten Arm ausreißen.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 10. September 2010 um 08:00 Uhr
 

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