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Die NSDAP-Ersatzpartei PDF Drucken E-Mail
Blog - Sonstiges
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Montag, den 07. Juni 2010 um 08:32 Uhr

Manch einer wird sich wundern, warum ich eine gewisse Partei, die anderswo als "SED-Ersatzpartei" bezeichnet wird, als "NSDAP-Ersatzpartei" bezeichne.

Der Grund ist ganz einfach: Wäre ich ein Nazi und haßte die Juden, die Amerikaner, die frommen Christen, die Israelis, die Zionisten, so würde ich entweder radikaler Salafit werden - oder der Linken beitreten. Oder beides.

Jedenfalls wären etwa die NPD, die Republikaner, die Pro-Bewegungen usw., alle jene Salon-Nazis, für mich kein Ersatz für die NSDAP, keine ernstzunehmende Alternative zur Linken.

Klar, es könnte für einen überzeugten Nazi in untergeordneten Detailfragen ein paar Dinge geben, die die Linke anders sieht. Aber die großen Feindbilder sind dann doch die gleichen. Und auch die liebsten Verbündeten. Und die "Nationalen Autonomen" sind dann ja auch äußerlich nicht mehr von den "Linksautonomen" zu unterscheiden. Tja, wer ganz links außen und wer ganz rechts außen steht, der ist dem jeweils anderen näher als der Mitte.

Wie dem auch sei, jener nette Funkspruch von jenem netten "Love Boat", auf dem sich auch ein paar Deutsche und Linke befanden, hat mit diesem "Shut up and go back to Auschwitz" ziemlich deutlich gezeigt, wo man steht.

Natürlich kann man jene Deutschen und Linken an Bord nicht vorwerfen, diesen Spruch persönlich getan zu haben. Aber sie waren an Bord, sie haben diese Leute unterstützt und tun das, soweit mir bekannt, immer noch. Und ich wüßte nicht, daß sie sich von diesem Funkrspruch oder auch den "Tod den Juden"-"Gebeten" an Bord ihres "Love Boats" je distanziert hätten. Sorry, aber mehr "NSDAP-Ersatzpartei" geht ja wohl wirklich nicht...

Dieses "Go back to Auschwitz" wirft ein besonderes Licht auf die Deutschen auf dem "Love Boat". Natürlich würde ein guter Deutscher damit nur sagen sollen, daß die Juden doch bitte schön an die ihnen von den Deutschen in Auschwitz so mühsam beigebrachten Lektionen denken sollten, vielleicht ein bißchen nachsitzen sollten. Viele Deutsche sind ja der festen Überzeugung, daß die Juden aus dem Holocaust nichts gelernt haben, obwohl wir uns doch so viel Mühe gegeben haben, die Juden zu unterrichten, zu lehren.

Allerdings denke ich nicht, daß dieses "Go back to Auschwitz" nur an die wertvollen Lektionen des Holocaust für die Juden erinnern will. Nein - es wünscht die Vollendung der Judenvernichtung. Von Bord jenes Schiffes, auf dem Deutsche und Linke präsent waren, wurden die Juden aufgefordert, sich zwecks Fortsetzung des leider unterbrochenen Holocausts zur Verfügung zu stellen. Und unter Deck des "Love Boat" durften ein paar Israelis ja auch eine Kostprobe von Auschwitz Reloaded schmecken. Gottseidank ist es der rot-grünen SS-Ersatztruppe nicht gelungen, den 6 Millionen Toten des Holocaust weitere Todesopfer hinzuzufügen, es blieb bei Gewalt und schweren Verletzungen.

Dennoch - dies ist der schlimmste Vorfall deutschen Antisemitismus seit 1945, wenn man bedenkt, daß Abgeordnete des Deutschen Bundestages mit Rückendeckung ihrer Partei an Bord des Terrorschiffes "Go Back To Auschwitz" waren. Für mich als einen Deutschen ist das wirklich erschreckend, ich schäme mich, Deutscher zu sein. 

 

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