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... dann sind die Motive schon recht interessant.
Es ist natürlich erfreulich, wenn Atheisten den Erdbebenopfern auf Haiti helfen wollen, so wie es 13 atheistische Organisationen mit der Rückendeckung von Richard Dawkins tun wollen. Die Menschen auf Haiti brauchen jede Hilfe, die sie kriegen können.
Wenn es aber in erster Linie darum geht, einem angeblichen "skandalösen Mythos" zu begegnen, "daß nur religiöse Menschen sich um ihre Nächsten kümmern" - was wohl kaum ein religiöser Mensch ernsthaft behauptet -, dann muß man sich fragen, was diese Hilfe denn nun anderes sei als "Mission", die sich nur als Hilfe tarnt.
Und dies natürlich gerade in einem christlich geprägten Land, während christlichen Missionaren immer wieder vorgeworfen wird, mit ihrer Hilfe etwa in islamischen Ländern nur Unfrieden zu stiften. Aber offenbar mögen Atheisten diesen Vorwurf nicht auf ihre eigenen Missionare beziehen. Oder sie glauben, ihre Form der "Mission" sei irgendwie besser als die der Christen oder anderer religiöser Menschen.
Natürlich kenne ich die Behauptung, das atheistische Helfen und ihr Überzeugen-wollen habe mit Mission nichts zu tun, weil sie ja schließlich nicht religiös seien und Mission immer mit Religion zu tun habe. Aber diese Behauptung ist so lahm, so schwach, daß man sich mit ihr nicht wirklich auseinandersetzen muß. Meist beruht sie auf einer recht fragwürdigen Definition der Mission, die auf die christliche Mission überhaupt nicht zutrifft.
Aber lassen wir dieses Thema außer Acht, es ist nicht wirklich wichtig.
Wichtiger ist dieser angebliche "Mythos", "daß nur religiöse Menschen sich um ihre Nächsten kümmern". Wie schon gesagt, gibt es keine Christen, die ernsthaft behaupten, daß nur religiöse Menschen sich um "ihre Nächsten" kümmern und areligiöse Menschen bzw. Atheisten nicht. Dieser "skandalöse Mythos" ist selbst nur ein Mythos, wir haben hier gewissermaßen einen Meta-Mythos, wie er in der atheistischen Polemik gegen die Religion im Allgemeinen und das Christentum im Besonderen immer wieder zur Sprache kommt.
Der entscheidende Punkt ist dieses "ihre Nächsten". Für Christen jedenfalls ist "ihr Nächster" immer der Mensch, der gerade Hilfe nötig hat, weil er Not leidet - Jesu Gleichnis vom barmherzigen Samariter macht das mehr als deutlich. Es ist ein Mythos, daß sich Christen nur dann um notleidende Menschen kümmern, wenn diese entweder selbst Christen sind oder aber die Not nicht christlicher Menschen für Zwecke des Überzeugens ("Mission") instrumentalisiert wird.
Das atheistische Wort von "ihren Nächsten" ist verräterisch, aber ich werde es dem Leser überlassen, sich darüber Gedanken zu machen.
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