Startseite Blog Sonstiges Rechtspopulisten: Pro-israelisch und pro-amerikanisch?

Ähnliche Inhalte

Social Bookmarks

Add to: Mr. Wong Add to: Webnews Add to: Icio Add to: Oneview Add to:  FAV!T Social Bookmarking Add to: Favoriten.de Add to: Seekxl Add to: Social Bookmark Portal Add to: BoniTrust Add to: Power-Oldie Add to: Bookmarks.cc Add to: Newskick Add to: Newsider Add to: Linksilo Add to: Readster Add to: Yigg Add to: Linkarena Add to: Simpy Add to: Netvouz Add to: Folkd Add to: Spurl Add to: Google Add to: Blinklist Information
Social Bookmarking
714528
Rechtspopulisten: Pro-israelisch und pro-amerikanisch? PDF Drucken E-Mail
Blog - Sonstiges
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Dienstag, den 26. Juli 2011 um 10:48 Uhr

Sind Rechtspopulisten und Islamophobe, die sich selbst als "pro-israelisch" und "pro-amerikanisch" bezeichnen, deswegen auf keinen Fall innerhalb des Rechtsextremismus anzusiedeln?

Sind sie überhaupt pro-dies und pro-jenes?

Letzteres bezweifle ich jedenfalls. "Politically Incorrect" & Co. sind trotz eindeutiger Äußerungen in Wirklichkeit weder pro-israelisch, pro-jüdisch, pro-zionistisch, pro-amerikanisch oder pro-was-weiß-ich - sie sind tatsächlich nur contra-Islam und verfahren nach dem Motto: "Der (vermeintliche oder tatsächliche) Feind meines Feindes ist mein Freund". Sie lieben nicht die Israelis, nicht die Juden, nicht die Amerikaner, übrigens auch nicht die verfolgten Christen, sondern sie hassen die Muslime. Nur aus diesem Haß erwächst die angebliche Pro-Einstellung.

Ein solches "Pro" kann aber kein echtes "Pro" sein, es ist eine Farce.Es ist menschenverachtend.

"Politically Incorrect" & Co. sind für die Israelis, die Juden, die Amerikaner die verfolgten Christen usw. usf. die Freunde, die niemand auf die Freundesliste gesetzt hat, die niemand wirklich haben will, sie sind eher Stalker, sie sind fanatische Fans, die etwa im Hinblick auf die Israelis oder die verfolgten Christen in der islamischen Welt bloß noch nicht gemerkt haben, daß die auch bloß "Südländer" sind.

Wer die Israelis und die Juden nur "liebt" - und tatsächlich stalkt -, weil er in ihnen Verbündete im Kampf gegen die verhaßten Muslime sieht, der ist nichts anderes als ein Antisemit. Er istrumentalisiert den vermeintlichen oder tatsächlichen Feind seines Feindes und trägt damit dazu bei, daß Feindschaft und Haß zementiert werden. Er zwingt sein Stalking-Opfer, in dem Haß- und Feindschaftsverhältnis zu verbleiben - "wenn du die Muslime nicht haßt, kann ich dich nicht länger lieben".

Wenn wir schon beim antisemitischen Pro-Israelismus der Islamophoben sind - es gibt noch eine Gruppe von Philosemiten, die zumindest fragwürdig sind: Diejenigen Christen, die den Juden nur eine zentrale Rolle in der Endzeit zuordnen, die in den Juden nur den "Stundenzeiger an Gottes Weltenuhr" sehen, nur die zukünftigen Opfer des Antichristen. Wenn islamophobe Rechstpopulisten die Juden lieben, weil die Muslime ihre Feinde sind, dann lieben endzeit-orientierte Philosemiten die Juden nur, weil der Antichrist ihr Feind ist. Und so gibt es denn auch "pro-israelische" bzw. "pro-jüdische" Schnittmengen zwischen einem islamophoben Rechtspopulismus und einem endzeit-orientierten Christentum, das den Muslimen eine wichtige Rolle im endzeitlichen Kampf zuschreibt, Muslime haßt, weil sie scheinbar Feinde der Juden und angeblich Verbündete des Satans und des Antichristen sind.

Natürlich gibt es Menschen, die aufrichtig pro-jüdisch, pro-israelisch, pro-amerikanisch sind, die aufrichtig auf Seiten verfolgter Christen stehen - und die in die Fänge von islamophoben Rechtspopulisten geraten. Sie verstehen nicht, daß die pro-israelische Haltung in Wirklichkeit nur Haß gegen Muslime darstellt. Sie freuen sich, andere Freunde der Juden, der Israelis, der Amerikaner, der verfolgten Christen gefunden zu haben. Sie merken oft erst zu spät und manchmal auch gar nicht, daß die Freundschaft nur eine scheinbare Freundschaft ist, daß allein der Haß auf Muslime die "Freundschaft" begründet.

Diesen Menschen muß geholfen werden, die Gefahr, die von islamophoben Rechtspopulisten ausgeht, zu erkennen und sich aus den Fangstricken zu befreien. Leider sind die meisten Gegner dieser Rechtspopulisten nicht unbedingt pro-israelisch oder pro-amerikanisch - und das erschwert das Erkennen der Gefahr und den Ausstieg. Wem soll ich glauben - dem Rechtspopulisten, der zwar die Muslime haßt, aber sagt, er liebe die Israelis - oder dem "Antizionisten"?

Ich habe oben die Frage gestellt, ob Rechtspopulisten, die sich selbst als "pro-israelisch" und "pro-amerikanisch" bezeichnen, deswegen unmöglich rechtsextremistisch sein können. Ich meine, daß islamophobe Rechtspopulisten trotz der pro-israelischen und pro-amerikanischen Selbstdarstellung durchaus rechtsextremistisch sein können. Die Grenzen zwischen Rechtspopulismus und Rechtsextremismus sind natürlich fließend - die Behauptung, man sei pro-israelisch oder pro-amerikanisch jedenfalls markiert keinesfalls den Grenzverlauf. Etliche Rechte, die sich selbst als pro-israelisch und pro-amerikanisch bezeichnen, sind dennoch Rechtsextreme. Ohne die von ihnen angenommene Feindschaft der Muslime den Istraelis und den Amerikanern gegenüber wären sie nicht pro-israelisch und pro-amerikanisch. Ohne die von ihnen angenommene Verfolgung der Christen durch die Muslime würden sie sich nicht für die verfolgten Christen interessieren.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 26. Juli 2011 um 10:57 Uhr
 

Kommentare  

 
# Politically IncorrectMichael Molthagen 2011-07-27 10:07
www.taz.de/.../!75174

Laut dem obigen Bericht sei PI nach Auffassung der Verfassungsschü tzer weder verfassungswidr ig noch rechtsextrem. Wenigstens behauptet der VS wohl nicht, PI sei auch nicht verfassungsfein dlich...

Die Argumente des VS: PI sei "proisraelisch, proamerikanisch und bekenne sich nachdrücklich zum Grundgesetz".

Man schreibe also ein paar solche Schlagworte über seinen Blog, was im Hinblick auf PI nichts anderes bedeutet, als daß man eine Pro-Haltung zugunsten der Feinde seiner Feinde einnimmt, Israel und die USA als "Bollwerk gegen den Islam" versteht. Da denkt man doch gleich an die Unterstützung der Taliban durch die USA in nicht so ferner Vergangenheit. Dann waren die USA wohl protalibanisch und probinladisch.

Das Bekenntnis zum Grundgesetz ist eine Farce, wenn man bedenkt, wie PI über Religionsfreihe it, Meinungsfreihei t, Gleichheit vor dem Gesetz, Versammlungsfre iheit usw. usf. denkt und die Würde von Muslimen und anderen mit Füßen tritt.

Die Haltung des VS zu Politically Incorrect ist ein Trauerspiel.
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren
 

Kommentar schreiben

Bitte beachten Sie die Verhaltensregeln und die allgemeinen Nutzungsbedingungen, die im Impressum niedergelegt sind.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, daß Ihr Kommentar erst vom Webmaster freigeschaltet werden muß, um unerwünschte Werbung zu verhindern. Die Freischaltung erfolgt so schnell wie möglich.


Sicherheitscode
Aktualisieren

InfoAdministrationXML Sitemap