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Christenverfolgung PDF Drucken E-Mail
Blog - Religionsfreiheit
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Freitag, den 07. Januar 2011 um 11:55 Uhr

Da das Thema derzeit auch in nichtchristlichen Medien aktuell ist (meine Gedanken zu dieser Entwicklung siehe hier), ein paar Worte zur Christenverfolgung.

Eine linke Tageszeitung hat dieser Tage in Publikationen über die Christenverfolgung eine Art evangelikale Propaganda ausgemacht und das Thema damit zur mutmaßlichen "Erfindung" böser Christen erklärt, das in Wirklichkeit so gar nicht stattfände. Immerhin werden ja in den betreffenden Regionen auch Nichtchristen benachteiligt und nicht speziell die Christen. Das trifft in der Regel voll und ganz zu, und doch wage ich die Gefahr eines Vergleichs mit der Judenverfolgung durch die Nazis.

Die haben nicht nur Juden verfolgt, in ihre KZs gesteckt, zur Zwangsarbeit verpflichtet und methodisch vernichtet, sondern auch Kommunisten, Homosexuelle und viele andere. Relativiert das etwa den Antisemitismus und die Verfolgung der Juden durch die Nazis? Mit Sicherheit nicht.

Wir Christen tun gut daran, in Sachen Christenverfolgung die anderen verfolgten Minderheiten - oft genug auch Muslime - nicht aus den Augen zu verlieren. Auch ein Blick dorthin, wo bei uns die Religionsfreiheit und die Menschenrechte torpediert werden, kann keinesfalls schaden (Minarett-Verbote, Kopftuch- und Burkaverbote...).

Eine Christenverfolgung findet statt, das steht fest. Rund 100 Millionen Christen werden weltweit erheblich benachteiligt, diskriminiert oder verfolgt, wobei das Vorgehen methodisch erfolgt, systematisch. Damit sind die Christen die zahlenmäßig am stärksten aus Glaubensgründen verfolgte Gruppe weltweit.

Dieses Thema scheint derzeit zum Zwecke antireligiöser Polemik instrumentalisiert zu werden, das dürfen wir nicht aus den Augen verlieren. Das neu entdeckte Interesse am Leid der Christen scheint eher dazu zu dienen, Religion aus der Öffebtlichkeit zu verdrängen - darum sollten Christen mit ihrem Applaus vorsichtig sein und nicht naiv annehmen, man habe nun endlich auch außerhalb der Kirchen das Leid der Christen wahrgenommen und wolle sich für die Christen einsetzen.Hier werden wohl je und je auch ideologische Ziele verfolgt, die uns Christen nicht gefallen können.

Für Christen gilt aber vor allem, daß wir uns nicht nur für unsere verfolgten Mitchristen einsetzen dürfen, sondern uns auch für diejenigen einsetzen, die aus anderen Gründen verfolgt werden. Sich für die eigenen Leute einsetzen, das kann jeder. Das tut jeder. Darum können wir nicht an diesem Punkt stehen bleiben.

Nur zur Erinnerung: In Pakistan sind die meisten Leute, die wegen "Blasphemie" angeklagt und mit dem Tode bedroht sind, nicht etwa Christen, sondern Muslime. Der radikale Islamismus bedroht weit mehr andere Muslime als Christen. Egal ob Nordkorea, Iran, Irak, Afghanistan, Pakistan - dort werden nicht nur Christen verfolgt, sondern immer auch Nichtchristen, und das nicht selten häufiger als Christen.

Es ist doch nicht so, als gäbe es einen Wettbewerb, wer am häufigsten und am schwersten verfolgt wird. Und keinesfalls dürfen wir die Verfolgung der Christen für die Mission - etwa gegen Muslime - instrumentalisieren, wie es vor allem bei den "christlichen Islamophoben" geschieht.

 

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