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Dobrindts Warnung vor Gleichstellung der Glaubensgemeinschaften PDF Drucken E-Mail
Blog - Religionsfreiheit
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Freitag, den 07. Januar 2011 um 11:17 Uhr

CSU-General Alexander Dobrindt hat jüngst vor einer Gleichstellung der Glaubensgemeinschaften in Deutsachland gewarnt - Deutschland sei ein christlich geprägtes Land, so Dobrandt, wir täten gut daran, "die bresondere Stellung der christlichen Kirchen" zu erhalten.

Nun, es wäre sicherlich wünwschenswert, wenn sich etwa Kindesmißhandlungen und Kindesmißbrauch auf die Christen beschränken würden, und auch der religiöse Antisemitismus - prägend für unsere christrlich-jüdische Kultur - wäre wünschenswerterweise ein christliches Alleinstellungsmerkmal, dem niemand sonst nacheifert.

Leider ist dem nicht so, und ich fürchte, so meinte Dobrindt es auch nicht.

Deutschland ein christlich geprägtes Land? Das wäre der Fall, wenn hierzulande die Überheblichen hinweggefegt, die Mächtigen von ihren Thronen gestürzt und die Unbedeutenden emporgehoben würden, wenn den Hungernden die Hände mit guten Gaben gefüllt und die Reichen mit leeren Händen fortgeschickt würden, wenn wir barmherzig wären (siehe Lukas 1,51-53). Ja, dann wäre dies Land ein christlich geprägtes Land.

Vergessen wir also die "christliche Prägung" dieses unseres Landes und tun nicht so, als seien wir besser als diejenigen, die etwa Muslime sind (die Dobrindt freilich meint). Wie gesagt: Überheblichkeit ist nicht gerade ein Zeichen für eine christliche Prägung.

Wenn etwas in Deutschland christlich geprägt ist - jedenfalls in dem Sinn, wie ich Christentum verstehe -, dann, daß dieser Staat  weltanschaulich neutral ist, eine abgeschwächte Form der Trennung von Staat und Religion praktiziert, eine Art der Religion wohlwollend zugeneigter Laizismus, in dem jeder Mensch seinen Platz hat, egal, ob er glaubt und was er glaubt, in dem die Rechte nicht an Vorbedingungen geknüpft werden, Religionsfreiheit nicht eine Medaille für soziales Wohlverhalten oder Verfassungstreue oder Integratationsbereitschaft darstellt.

Und darum, Herr General, haben alle Glaubensgemeinschaften in diesem Land ein Recht darauf, gleichbehandelt zu werden, die kleinen Freikirchen wie die großen Volkskirchen, die Muslime wie die Christen - ohne jeden Unterschied. Religiöse Gleichbehandlung ist in unserem Land eine noch junge Pflanze, und noch immer sind etwa die kleinen Freikirchen nicht wirklich in allen Dingen den beiden Großkirchen gleichgestellt. Jetzt an der Gleichstellung nichtchristlicher Glaubensgemeinschaften zu rtütteln, ist ein fatales Signal und ein Zeichen für eine bedenkliche Interpreation unserer Verfassung.

Wie gesagt: Gerade die Gleichstellung der verschiedenen Glaubensgemeinschaftenist eines der wenigen Zeichen echter christlicher Prägung in diesem Land - wir tun gut daran, diese junge Pflanze zu hegen und zu pflegen.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 07. Januar 2011 um 11:19 Uhr
 

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