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Integration - Nichtmuslime unerwünscht? PDF Drucken E-Mail
Blog - Religionsfreiheit
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Freitag, den 12. November 2010 um 16:32 Uhr

Ich habe gerade einen SpOn-Artikel über den  Integrationspreis 2010 gelesen. Nun, die Idee hinter einem solchen Pteis finde ich gut. Was mich hier stört: Beim Integrationspreis 2010 blieben Nichtmuslime außen vor, allein die Integration von Muslimen ist Thema, wenn ich das richtig sehe.

Und da ist sie wieder, die Reduzierung der Integrationsdebatte auf Muslime - genauer gesagt, auf muslimische Jugendliche und Frauen.

Aleviten? Fehlanzeige. Bahai? Fehlanzeige. Christen? Fehlanzeige. Atheisten? Fehlanzeige. Religionslose oder nicht an Religion Interessierte? Fehlanzeige. Laizisten? Fehlanzeige. Juden? Die haben wir jahrhundertelang integriert, aber das ist ein anderes Thema, und wer weiß, vielleicht können wir ihnen den Holocaust ja irgendwann verzeihen. Ansonsten: Fehlanzeige (es sei dann, man betrachtet unsere Vorschläge, aus dem Holocaust doch endlich die richtigen Lehren für den Umgang mit den Palästinensern zu ziehen, als integrationsfördernd).

Die ganze Integrationsdebatte mitsamt der damit untrennbar verknüpften Integrationsindustrie kennt nur religiöse Muslime, die freilich durch diese verzerrte Darstellung eher wie "edle Wilde" wirken. Und damit stehen wir an der Tür, auf der "Rassismus" steht. Keine Sorge, die Tür werde ich jetzt nicht öffnen.

Wie dem auch sei - ich habe nichts dagegen, die Integration von Muslimen zu fördern. Und entsprechende Projekte zu würdigen. Aber nur und ausschließlich Muslime? Sind sie etwa die einzigen, die gefördert werden können? Oder die gefördert werden müssen?

Es bleibt nur zu hoffen, daß der Integrationspreis 2011 dann etwa Projekte für Jugendliche und Frauen der Bahai oder der Aleviten würdigt. Oder der Evangelikalen oder Freikirchler, die ja immerhin mindestens ebenso schlecht integriert sind wie al-Qaida oder Taliban, wenn man der Süddeutschen Zeitung, "Mission Gottesreich" oder auch Prof. Pfeiffer vom KFN glaubt.

Andererseits - will man wirklich die Integration von Menschen so vorantreiben, daß diese dabei auf ihre jeweilige Religion reduziert werden? Wollen wir Menschen integrieren - oder Religionen und Weltanschauungen? Wollen wir wirklich Menschen nur noch vor dem Hintergrund ihres jeweiligen Glaubens oder Nichtlgaubens wahrnehmen - womöglich auch beurteilen?

Schaut man darauf, daß in der jüngsten Zeit Deutschland auf Christen, Juden und Muslime reduziert wird - man denke nur an die Rede von Wulff -, dann ist die Befürchtung wohl nicht von der Hand zu weisen, daß auch die Integrationsindustrie nur noch religiöse Menschen wahrnimmt und je und je nach ihrem Glauben beurteilt.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 12. November 2010 um 16:33 Uhr
 

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