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Mord an Bischof Padovese: Mörder kurz vor der Tat zum Islam konvertiert? PDF Drucken E-Mail
Blog - Religionsfreiheit
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Mittwoch, den 09. Juni 2010 um 10:03 Uhr

Die spanische Zeitung El Pais hat vorgestern berichtet, der Mörder des türkischen Bischofs Luigi Padovese sei kurz vor der Tat zum Islam konvertiert - türkische Behörden sprächen von "islamischen Fundamentalisten", denen sich der spätere Mörder angeschlossen hätte.

Ebenso schockierend ist ein weiterer Bericht von "El Pais" - im hierzulande weithin als moderat geltenden Marokko hätten nicht weniger als 7.300 islamische Gelehrte eine Fatwa, also ein islamisches Rechtsgutachten herausgegeben, nach der "christliche Barmherzigkeit" als "religiöser Terrorismus" zu werten sei! Christen, die sich der Armen annähmen, würden dadurch die "Denkweise guter Muslime verwirren". Die marokkanische Regierung nähme diese Fatwa zum Anlaß, Mitarbeiter christlicher Hilfsorganisationen aus dem Land zu verweisen.

Und wenn wir schon dabei sind: In post-talibanären Afghanistan fordern Regierungsangehörige die Hinrichtung von Muslimen, die zum christlichen Glauben konvertiert sind und sich haben taufen lassen. Die Reaktion im Westen: Nahezu null. Auch die islamischen Verbände vom ZMD bis zur DITIB rufen ihre Glaubensgenossen in Afghanistan nicht zur Einhaltung der Religionsfreiheit auf und warnen nicht vor einer um sich greifenden "Christophobie" in Afghanistan. Das Schweigen der islamischen Verbände ist nur nur beredt, es ist meines Erachtens als Zustimmung zu werten. Warum fällt es den muslimischen Verbänden hierzulande so unendlich schwer, sich für die Religionsfreiheit in islamischen Ländern einzusetzen? Warum gibt es keine Empörung über die vielfältigen Verletzungen der Religionsfreiheit in etlichen islamischen Ländern?

Das Schweigen der hier lebenden Muslime zur erschreckenden Menschenrechtslage in vielen islamischen Ländern ist meines Erachtens um ein Vielfaches schlimmer als das, was in diesen Ländern geschieht. Ich mache dem Islam nicht die Menschenrechtsverletzungen zum Vorwurf - wohl aber das beredte Schweigen dazu, die im Schweigen zum Ausdruck kommende Zustimmung zur Benachteiligung, Diskriminierung, Verfolgung und Ermordung von Christen. Nicht die Menschenrechtsverletzungen in vielen islamischen Ländern verstören mich, sondern die vielfältigen Versuche, so etwas zu relativieren, zu entschuldigen, anderen in die Schuhe zu schieben.

Letztlich gilt das auch für den nun belegten Zusammenhang zwischen zunehmender Gewalt und zunehmender Religiosität bei muslimischen Jugendlichen. Statt sich diesere Tatsache zu stellen und zu sagen: "Wir haben ein Problem", sind natürlich die anderen Schuld. Die Rollen von Tätern und Opfern werden vertauscht. Nicht die Gewalt sehr religiöser muslimischer Jugendlicher ist das wahre Problem, sondern der Umgang der islamischen Verbände mit dem Thema. Es gibt dort keine Kultur der Selbstkritik, nicht einmal ansatzweise, die Verbände scheinen dazu gar nicht in der Lage zu sein. Sie können nur eines: Sich selbst als Opfer darstellen, andere als Täter hinstellen.

Den Muslimen hierzulande helfen sie damit ebenso wenig wie der Integration. Dabei finden die Muslime hierzulande ein überaus freundliches Klima vor - so ganz anders als das, was den Christen in vielen islamischen Ländern begegnet, angefangen bei der Türkei, in der in den letzten Jahren wenigstens sechs Christen von sich zum Islam bekennenden Tätern ermordet wurden, über Afghanistan, das dem Westen die Befreiung von den Taliban mit der Verfolgung ehemaliger Muslime, die zum Christentum übergetreten sind, dankt, bis hin zu Saudi-Arabien, wo Christen so schlimm verfolgt werden, wie es sonst nur noch in Nordkorea der Fall ist. Doch offenbar wird dieses freundliche Klima von grewissen Kreisen vor allem als Schwäche der Christen, als Kapitulation des Westens gedeutet.

 

Kommentare  

 
# Bekehrt oder Bekehrung vorgetäuscht?Michael Molthagen 2010-06-11 12:41
Es kann gut sein, daß der Mörder Padoveses vor der Tat zum Islam konvertiert ist - denkbar ist aber auch, daß die Bekehrung nur vorgetäuscht war, ebenso wie die angebliche "Geisteskrankhei t" des Täters.

Padovese war auf jeden Fall kein zufällig ausgewähltes Opfer - und er wird wohl auch nicht das letzte Opfer unter den Christen in der Türkei sein. Christen leben dort sehr gefährlich - ohne daß die Christen im Westen sich damit wirklich auseinandersetz en.

Würden sich die Menschen im Westen auch nur zu einem kleinen Teil so für die türkischen Christen einsetzen wie für die Menschen im Gazastreifen - aber von einer Solidarität mit den Christen in der Türkei oder sonstwo im Orient oder einer tatkräftigen Hilfe für diese Menschen sind wir weit entfernt, ebenso von jeglicher Kritik an die Adresse der Türken bezüglich der dort in höchstem Maße gefährdet lebenden Christen.

Ausnahmen bestätigen die Regel - und geraten schnell in den Verdacht, "rechts" oder "islamkritisch" zu sein.
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