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Viele "Islamkritiker", seien es eher moderate oder eher radikale, sind sich darin einig: Wenn Nichtmuslime Muslimen entgegenkommen, wird das von Muslimen als "Kapitulation" einer dem Islam unterlegenen Person oder Institution gewertet.
Es kann sein, daß manche Muslime das so sehen. Ich kenne auch viele Deutsche, die ein Entgegenkommen anderer genau so auslegen und dann zum Ausnutzen übergehen.
Und ich kenne unsere deutsche Gesellschaft gut genug, um sehr genau zu wissen, daß so manches Entgegenkommen tatsächlich eine Kapitulation ist, die Kapitulation einer Gesellschaft, die in vielen Bereichen starke Auflösungserscheinungen zeigt.
Allerdings bin ich der Überzeugung, daß die meisten Muslime das Entgegenkommen nichtmuslimischer Personen oder Institutionen korrekt einzuordnen vermögen und darin keine Kapitulation sehen.
Aus christlicher Sicht gehört das Entgegenkommen zu den Fundamenten guten Zusammenlebens. Als Christen können wir es nicht lassen, anderen entgegenzukommen - Christus selbst hat uns gezeigt, und Paulus hat das bekräftigt, daß das Entgegenkommen soweit gehen muß, daß man sogar eine mögliche Erniedrigung auf sich nimmt, ja sogar den Tod (
Philipper 2,6-11
). Darum wurde Gott in Jesus Christus Mensch, darum hat Jesus sich für die Menschen dahingegeben. Einen anderen Weg als diesen kennen wir Christen nicht.
Und ich habe die Hoffnung, daß Menschen guten Willens das Entgegenkommen derer, die Gottes Liebe im Herzen tragen, die Motivation erkennen und in der richtigen Weise darauf reagieren. Diese Hoffnung habe ich auch für die Muslime - und darum trete ich leidenschaftlich dafür ein, daß wir ihnen entgegenkommen, daß wir ihnen einen weiten Raum in unserer Nachbarschaft und in unserer Mitte öffnen. Wenn wir das tun, wird Gott das segnen.
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