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Blog -
Religionsfreiheit
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Geschrieben von: Michael Molthagen
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Dienstag, den 07. Februar 2012 um 17:47 Uhr |
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Wer regelmäßig mit der Stuttgarter S-Bahn fährt, kennt sie - die Bibelverse auf Werbeplakaten der Süddeutschen Plakatmission im oberen Teil der Seitenfenster hoch oben über den Köpfen der Fahrgäste.
Gegen die Plakate haben vor einem knappen Monat selbsternannte Humanisten mit einer merkbefreiten anti-freikirchlichen Kampfschrift Stimmung gemacht (siehe z.B. diesen Bericht) - und mittlerweile scheinen die betreffenden Werbeplakate aus den Stuttgarter S-Bahnen verschwunden zu sein, zumindest habe ich seit wenigstens einer Woche keine mehr zu Gesicht bekommen, und das, obwohl ich seit einiger Zeit regelrecht auf der Jagd bin. Statt dessen gibt es neue Werbeplakate etwa zum Metropol-Ticket - oder leere Flächen.
Eine Ausnahme bildet derzeit die Linie S 60 (Böblingen - Maichingen), aber das scheint eher ein Versehen zu sein. Da auf der S 60 für gewöhnlich einer der beiden Umbauzüge der DB-Baureihe 420plus verkehrt, der betreffende Zug aber derzeit dem Vernehmen nach wegen eines Triebwagenschadens abgestellt ist, verkehrt dort ein klassischer Zug der DB-Baureihe 420, der seinem Aussehen nach aus der Mottenkiste hervorgeholt worden ist. Und in eben dieser S-Bahn konnte ich doch noch ein Plakat entdecken, von denen die "Humanisten" meinen, sie würden die Aussicht aus den Fenstern behindern - wer insbesondere die 420er kennt, weiß, daß diese Aussage reichlich übertrieben ist, sitzt der Fahrgast doch eher mit Blick auf den unteren Rand des recht hoch angesetzten Fensters.
Eine offizielle Meldung hierzu habe ich nicht finden können - aber ich schätze, die Zeit der Bibelverse in der Stuttgarter S-Bahn sind vorbei, wenn man von Resten wie denen auf der S 60 absieht.
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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 07. Februar 2012 um 18:54 Uhr |
Kommentare
Übrigens bedeuten mit die Plakate auch privat etwas. In einer Zeit, als bei mir eine wichtige Entscheidung anstand, habe ich einen der Bibelverse als persönlichen Zuspruch, als eine Art "Losung" erlebt.
Wie dem auch sei - wenn in unserer Gesellschaft kein Platz mehr ist für Religiöses, wenn öffentliche Bekundungen der Religion nicht mehr toleriert werden können, dann kann das kaum zu einer Verbesserung des Zusammenlebens führen.
Aber der Zug fährt scheinbar mit Volldampf in eine Zeit, in der religiöse Äußerungen aus der Öffentlichkeit verdrängt werden. Doch ob das dann wirklich der Würde des Menschen dient, seinen Interessen entspricht? Kann der Mensch dem Menschen ein Mensch sein, wenn das Thema "Religion" der Intoleranz zum Opfer fällt?
Wie man hört, sollen diese Plakate aber immer wieder 'mal abgerupft werden, weil sie dem einen oder anderen Fahrgast nicht gefallen.
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