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Der letzte Eintrag zu den Hochwasserschäden bei uns im Haus liegt ja nun schon eine Weile zurück - wie sieht es hier im Ditzinger Beutenbachtal inzwischen aus?
Seit Ende letzter Woche haben wir nun eine provisorische Heizung (das Hotmobil im Garten, das auch das Warmwasser liefert), Mitte Oktober beginnt der Einbau einer neuen Heizungsanlage. Wir nutzen die Chance, eine moderne, sehr energiesparende Heizung einzubauen, die zwar mehr kostet, als die Versicherung für die alte Heizungsanlage zahlt (70.000 Euro kommen von der Versicherung, rund 30.000 Euro zahlen die Eigentümergemeinschaft), aber letztlich Energiekosten einsparen wird.
Während der Bauarbeiten kommen nun auch etliche Bausünden zum Vorschein, von denen manche gefährlich waren - etwa ein mangelhafter Brandschutz zwischen Tiefgarage und Treppenhäusern sowie eine nicht funktionierende und ohnehin zu klein dimensionierte Notbeleuchtung. Soweit möglich, werden die Bausünden jetzt nachträglich behoben.
Auf die Keller können wir noch bis etwa Mitte November warten - da ist noch viel zu tun, zumal manche Arbeiten noch verzögert werden müssen, bis alle Mauern ganz trocken sind.
Auch ein Schutz vor zukünftigen Hochwässern läßt weiter auf sich warten - im Moment haben die Verantwortlichen die meiner Meinung nach nicht sonderlich schlaue Idee, jenen Bereich des bei uns ansonsten verdohlten Beutenbachs, der offen neben unserem Haus liegt und in dem das Wasser aus einem großen in ein viel kleineres Rohr gelangen muß, mit einer Betonplatte abzudichten. Wenn meine Lehrer nicht völlig bei mir versagt haben, als sie mir Physik beigebracht haben, dann wird ein Hochwasser, das von dem kleineren Rohr nicht mehr aufgenommen werden kann, nicht etwa brav in das größere Rohr zurückfließen oder geduldig auf einen freien Durchfluß warten, sondern jede beliebige Betonplatte aus dem Weg räumen - je nach Dicke der Platte früher oder später.
Es hilft einzig, den Zufluß in das größere Rohr so weit zu drosseln, daß am Übergang nicht mehr Wasser aus diesem Rohr treten kann, als das kleinere Rohr aufnehmen kann.
Oder das kleinere Rohr (das den Beutenbach unterirdisch durch halb Ditzingen leitet, ehe er oberirdisch in die Lache einmündet) wird so weit vergrößert, daß er das Wasser aufnehmen kann (die Ditzinger, die dort wohnen, wo der Beutenbach in die Lache fließt, würden sich bei einem Hochwasser aber herzlich für den vermehrten Durchfluß bedanken).
Es muß so bald wie möglich dafür gesorgt werden, daß der Beutenbach im Scheffzental (südlich der Bahnlinie Stuttgart-Leonberg und der Bundesstraße 295) eine Staumöglichkeit erhält, dort also ein ausreichend großer Stausee als Regenrückhaltebecken entsteht. Das derzeitige Becken ist viel zu klein und wird auch künftig regelmäßig überlaufen, so daß Ditzingen zwischen dem Bahndamm und der Stadthalle hochwassergefährdet ist (das Wasser kommt von Norden her sowohl entlang des verdohlten Beutenbachs als auch überirdisch entlang der Weilimdorfer Straße, die vom Scheffzental ins Beutenbachtal führt).
Zumindest unsere Nachbarn in der Wohnanlage Weilimdorfer Straße 26 werden ohne ein ausreichend großes Regenrückhaltebecken regelmäßig Hochwasser haben (bei denen kommt es zuerst vom Norden her durch die Weilimdorfer Straße) - und je mehr Wasser vom Beutenbach her kommt, um so weiter wird das Hochwasser Richtung Norden gelangen, bis es sich schlimmstenfalls an der Beutenbach-Mündung mit einem Hochwasser der Lache vereinigt (und dann kurz darauf mit einem Hochwasser der Glems, in die die mit dem Beutenbach vereinigte Lache einmündet).
(Ich muß endlich 'mal eine Karte zeichnen, damit jeder weiß, was gemeint ist...).
Update: Ja, hier ist die Karte, OpenStreetMap und Creative Commons und dem GIMP sei Dank :-)
Rot ist, mehr oder weniger, der Verlauf des verdohlten Beutenbachs. Dunkelrot ist der Verlauf, den der Beutenbach bei einem Hochwasser überirdisch nimmt - beides von Süden (Scheffzental) nach Norden hin. Blau ist unser Haus und grün ist jener Teil des sonst verdohlten Beutenbachs, bei dem das Wasser von einem größeren in ein kleineres Rohr übergehen muß und bei einem Hochwasser austritt. Hellblau ist der Bahndamm der Bahnlinie Stuttgart - Leonberg ( - Weil der Stadt). Weggelassen habe ich der Einfachheit halber den Verlauf von Lache und Glems.
Ein Hochwasser tritt für gewöhnlich zuerst dort auf, wo die Weilimdorfer Straße auf die Stuttgarter Straße, die Hohenstaufenstraße und die Neuffenstraße trifft (untere Kreuzung des roten und des dunkelroten Strichs) - Ditzingens wohl tiefstgelegener Punkt, eine Wohnanlage mitten im Beutenbachtal. Dort kann es dann bei uns in die Tiefgarage laufen. Kommt noch mehr Wasser, tritt es dann auch bei dem Übergang bei unserem Haus auf (und nimmt dann unser Haus und die Nachbarn im Osten von zwei Seiten in die Zange, vom Bahndamm und von der Straße her).
Das Beutenbach-Hochwasser vom 4. Juli 2010 hat den Bereich nördlich des Bahndamms bis dorthin, wo der Beutenbach auf meiner Karte aufhört (und in die Lache mündet), betroffen (und natürlich das Regenbrückhaltebecken im Scheffzental bis unter die Autobahn 81). Dazu kamen die Hochwasser der Lache und der Glems, so daß insgesamt ein Drittel Ditzingens betroffen war (und ja, nicht nur bei uns sind die Arbeiten zur Wiederherstellung noch immer im vollen Gange).
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