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Gedanken zur Analogfotografie PDF Drucken E-Mail
Blog - Privates
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Freitag, den 03. Februar 2012 um 12:34 Uhr

Diemal keine Gedanken zu meinen Fotos, eher mit dem, was man dazu braucht:

Kodak und die Labore.

Gut, Kodak braucht man nicht wirklich, es gibt auch noch Fuji. Aber für mich waren die Kodak-Filme Liebe auf den ersten Blick, und da sorgt man sich natürlich schon, was aus den Filmen wird, wenn Kodak sich nicht mehr erholen kann.

Nach dem, was ich so mitbekomme, gehört aber die Filmsparte von Kodak zum einen zu den Bereichen, wo Kodak alles richtig macht und zum anderen auch zu den Sparten, wo Kodak noch richtiges Geld verdient - es ist aber nur eine kleine Sparte. Und was Kodak da verdient, ist zum Überleben zuwenig. Doch zu vuiel, als daß man die Sparte einfach sterben lassen könnte.

Auf jeden Fall denke ich, daß Kodaks Film-Sparte die Krise des Konzerns überleben wird und damit auch die Filme, etwa die Ektar- und Portra-Filme sowie der chromogene BW400CN, die es mir wirklich angetan haben.

Kratzer und BeschädigungenKommen wir nun zu den Laboren. Ich habe mittlerweile mehrere Labore ausprobiert, von preiswert bis teuer - und ausnahmslos jeder Versuch hat mir zerkratzte Filme beschert (nicht zu reden von unbrauchbaren Foto-CDs und Papierabzügen - wer nicht selbst scannt, hat verloren).

Das von einem Großlabor entwickelte Negativ links ist übrigens nicht nur am linken Bildrand abgeschnitten, es weist auch noch Kratzer und Flecken auf - und vor allem den dicken vertikalen Strich, höchstwahrscheinlich ein Fehler beim Entwickeln (es könnte auch ein Fehler auf dem Negativ selbst sein, aber das ist sehr unwahrscheinlich). Das Papierbild war zudem nicht einfach schwarzweiß, sondern wies eine starke Tönung auf.

Kratzer also, Flecken, falsche Farben und andere Beschädigungen - ich habe mich gefragt, woran das liegt.

Ist der Bereich Filmentwicklung in den vor allem auf digitale Bilder spezialisierten Laboren so unbedeutend, daß die wenigen dort noch beschäftigeten Personen unter einem Druck stehen, der sorgsames Arbeiten unmöglich macht?

Oder ist es eher so, daß die Scanner und die mit deren Steuerung betraute Software der Labore so gut darin sind, Kratzer und andere Beschädigungen aus den Scans herauszurechnen, daß man es als unnötig erachtet, die Negative sorgsam zu behandeln?

Vielleicht kommt auch beides zusammen: die wenigen überlasteten Labormitarbeiter verlassen sich auf ihre Geräte, um das Pensum erfüllen zu können und nehmen dann auch Kratzer in Kauf.

Ich würde es mir jedenfalls wünschen, daß die Negative so sorgfältig behandelt werden, daß sie Entwicklung und Scannen ohne Kratzer überstehen. Natürlich kann auch mein Scanner, der Reflecta ProScan 7200, die Kratzer per Infrarot-Abtastung erkennen, so daß sie dann auch herausgerechnet werden können.

Aber die Reparatur besteht ja immer nur darin, daß die Bildinfiormationen aus benachbarten Bereichen automatisch in die Kratzer "gefüllt" werden (vergleichbar der Reperaturpinsel in guten Bildbearbeitungsprogrammen), es kommt also in jedem Fall zu einem Verlust - und sind die Kratzer zu groß, muß die Reparatur auch scheitern bzw. hinterläßt Spuren im Bild. 

Noch eine letzte Bemerkung zum Thema Analogfotografie: Wer Filme selbst einscannt, sollte nicht denken, daß er auf Anhieb perfekte Ergebnisse erzielt. Es braucht Übung und Erfahrung - gerade bei Negativfilmen, die sich nicht eins zu eins in digitales Material verwandeln lassen. Wir haben da etwa eine Filmgrundfarbe, eine orangefarbene Maske, die herausgerechnet werden muß. Wir haben da einen viel größeren Spielraum zwischen dunklen und hellen Bildbereichen, als daß man sie einfach komplett erfassen könnte - das Ergebnis wären flaue Bilder.

Ohne Übung wird man vom Scannen schnell enttäuscht sein oder sein Glück bei professionellen Dienstleistern suchen. Mit Übung allerdings bringt ein guter Scanner im Zusammenspiel mit einer guten Software gute Ergebnisse. Ich verwende da bekanntlich den  Reflecta ProScan 7200 und  VueScan Professional und kann diese Kombination nur empfehlen.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 03. Februar 2012 um 13:49 Uhr
 

Kommentare  

 
# Kodak behält FilmsparteMichael Molthagen 2012-02-09 17:42
Gerade hat Kodak bekannt gegeben, an den Analogfilmen und Fotopapieren festhalten zu wollen - diese Sparte schrumpft Beobachtern zufolge zwar, sei aber weiterhin profitabel.

Darüber hinaus will Kodak sich nun auf Drucker konzentrieren. Und die stehen ja wohl schon bei vielen Großkunden (und auch bei vielen Drogerie- und Elektronikmärkt en als Foto-SB-Stationen), und Kodak hat da wohl einen recht guten Ruf.

Flöten geht nun die Sparte mit den Digiknipsen - Kodak will hier offenbar seinen "guten Namen" an andere Hersteller lizensieren, die dann "Kodak" auf ihre Knipsen klippsen.
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# Keine Diafilme mehrMichael Molthagen 2012-03-02 12:13
Nun sollen neuesten Berichten zufolge auch noch die Positivfilme (Dias) aus dem Sortiment verschwinden, es bleiben dann nur noch Negativfilme.
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