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Um meine mit der Canon EOS 3 oder der Olympus OM-1 analog aufgenommenen Bilder zu digitalisieren, möchte ich von Dienstleistern unabhängig sein.
Diese liefern nämlich entweder lausige Qualität (z.B. 1,57 Megapixel) oder sind recht teuer, vor allem, wenn man anstelle der Jpegs mit ihrer verlustbehafteten Kompression und eher geringen Farbtiefe hochwertige TIFF- Dateien oder gar die RAW-Daten im DNG-Format haben möchte.
Und gerade zur digitalen Weiterverwendung oder Archivierung empfiehlt es sich, TIFF- (DNG-) Dateien mit einer Farbtiefe von 16 Bit je Farbkanal und einer Auflösung höher als 10 Megapixel zu erstellen.
Aus diesem Grund habe ich einen Film-Scanner samt dazu passender Software angeschafft:
Scanner und Software bilden ein hervorragendes Gespann, um Negative und Dias im Kleinbildformat (36x24 mm) scannen und in verschiedenen Formaten abspeichern zu können.
Auch wenn der Name des Scanners 7.200 dpi zu versprechen scheint - der Scanner hat eine nominale Auflösung von "nur" 3.600 dpi, was einer Auflösung von rund 16 Megapixeln entspricht, wenn man sich den Sensor als den einer Digitalkamera vorstellt. Fotonegative und Diapositive können bei bester Qualität von Film und Kameraoptik eine höhere Auflösung aufweisen - doch in der Regel dürften die 16 MP des Scanners den analogen Vorlagen entsprechen.
Es gibt natürlich Film-Scanner in ähnlichen Preisklassen, die mit beispielsweise 7.200 dpi eine höhere nominale Auflösung haben - aber effektiv meistens doch nicht mehr zustande bringen als die rund 3.250 dpi (14 MP), die der ProScan laut Filmscanner.info tatsächlich schafft. Wer wirklich mehr als die 3.250 dpi haben will, muß erheblich tiefer in die Tasche greifen. Auch der Dichteumfang des Scanners ist erfreulich hoch.
Der Scanner bringt eine einfache, nicht wirklich ausreichende Software mit - als Treiber reicht sie, doch um damit wirklich zu scannen, sind die Möglichkeiten meiner Meinung nach zu eingeschränkt. Gerade die Farbwiedergabe läßt sehr zu wünschen übrig.
Um den Scanner vernünftig zu bedienen, habe ich mich gegen das bekannte SilverFast und für VueScan in seiner Professional-Variante entschieden - erheblich preiswerter als SilverFast und wohl zumindest ebenso leistungsfähig. Zudem kann VueScan nicht nur mit jeweils einem Scanner betrieben werden (SilverFast erfordert, wenn ich das richtig sehe, für jeden Scanner eine eigene Lizenz), sondern unterstützt eine große Zahl von Geräten, teilweise sogar unter Linux (der Reflecta gehört leider nicht dazu - da bin ich auf Windows angewiesen).
VueScan unterstützt alle Funktionen des Scanners - so auch die Infrarotreinigung der Vorlagen im Hinblick auf Kratzer und Staub, die Mehrfachbelichtung usw.
VueScan Professional liefert nicht nur Jpegs mit ihrer Farbtiefe von 24 Bit und einer verlustbehafteten Kompression, sondern beherrscht unter anderem auch das TIFF-Format mit einer Farbtiefe von 48 Bit und kann dieses auch als RAW-Datei im DNG-Format abspeichern. Dies ist ideal für die digitale Archivierung und die Bildbearbeitung.
Der Film-Scanner hat eigentlich nur einen Nachteil: Er zieht die zu scannenden Vorlagen nicht automatiisch ein, sondern will manuell gefüttert werden, entweder über einen Halter für Negativstreifen oder über einen Dia-Halter. Gerade bei Negativstreifen bedeutet das einigen Aufwand, bis sie korrekt im Halter ausgerichtet sind. Wer also Tausende von Dias oder Negativen scannen will, wird wohl eher früher als später das Handtuch werfen.
Wer aber wie ich nur "nebenbei" analog fotografiert, für den wird die fehlende Einzugsautomatik kein echtes Hindernis sein. Einen Film mit 36 Negativen in bester Qualität einzuscannen, kann da aber schon bis zu zwei Stunden dauern. Dabei empfiehlt es sich, Baumwollhandschuhe zu tragen und eine geeignete Pinzette zu verwenden, um die Negative weder mit Fingerabdrücken zu verunstalten noch zu beschädigen.
In der Regel verliert man an den Rändern des Negativs bzw. des Dias einige Pixel, erhält also keinen vollständigen Scan des Filmmaterials mit seinen 36 x 24 mm. Meiner Erfahrung nmach geschieht das aber auch bei der Digitalisierung im Großlabor.
Die Scan-Qualität sowohl des Reflecta als auch von VueScan ist erfreulich hoch und liegt natürlich weit über dem, was etwa Foto-Discounter gerne als "Photo CD" anbieten - zum Teil gerade einmal 1,57 Megapixel.
Von daher kann ich das Gespann aus dem Reflecta ProScan 7200 und VueScan allen ans Herz legen, die ihre Negative oder Dias digitalisieren wollen. Hiermit ist es in guter Qualität und zu einem günstigen Preis möglich.
Und weil VueScan mit einer großen Zahl von Scannern zusammenarbeitet und immer sehr gute Qualität liefert - meist besser als die jeweils mitgelieferte Original-Software -, lohnt sich dessen Anschaffung für jeden, der regelmäßig scannt und dabei hervorragende Ergebnisse erzielen möchte.
Die Ziege oben habe ich im Stuttgarter Höhenpark Killesberg mit der Canon EOS 3 auf einem Discounter-Film (200 ASA) aufgenommen und dann mit voller Auflösung gescannt.
Weitere Bilder werde ich nach und nach in meinen Flickr-Fotostream hochladen, sie landen im Album A Non-Binary World bzw. tragen die Tags Reflecta ProScan 7200 und VueScan.
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