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Schaut man sich die Berichterstattung in den meisten Medien zum gestrigen Slutwalk in vielen deutschen Städten an, so fällt auf, daß meist verfälschend berichtet wird - die provozierend-freizügige Kleidung einiger Teilnehmerinnen wird zum typischen Outfit der Teilnehmerinnen verzeichnet; daß die meisten Teilnehmerinnen eher "normale" Kleidung trugen wurde ebenso zur Randnotiz wie die meisten Plakate, mit denen etwa die Botschaft vermittelt wurde: "Mein Kleid meint nicht dich!"
Der von den Slutwalks kritisierte sexualisierte Blick auf das weibliche Geschlecht, durch die freizügige Kleidung einiger Teilnehmer beiderlei Geschelchts treffend parodiert, wird von den meisten Medien nach dem Motto "nackte Haut verkauft sich" an den Konsumenten gebracht, der sexy Mädels zu sehen bekommt, die scheinbar nur das eine wollen.
Daß sie eben nicht verfügbar sein wollen, geht in den Medien unter, vor allem wenn die Mädels aus dem Kontext des Slutwalks weitestgehend losgelöst den Konsumenten zur Fleischbeschau angeboten werden.
Wenn man jetzt sagt, die Frauen seien selbst schuld - sie haben doch mit viel nackter Haut die Fleischbeschau in den Medien provoziert, dann antworte ich: Nicht die Frauen haben sich in die Medien gebracht - die Fotografen und Kameramänner haben die Bilder produziert, die Redakteure sie den Massen in einer Fleischbeschau zugänglich gemacht, weitgehend losgelöst vom Kontext des Slutwalks.
Und letztlich sind es die Konsumenten, die für die Fleischbeschau bezahlen - "Sex sells". Sie blenden die Satire aus, die in den Miniröcken und High Heels und Nylons verpackt ist, sie wischen die Parodie zur Seite und erfreuen sich daran, daß die Medien kundenfreundlich beispielsweise die dickeren oder weniger atraktiven Mädels ebenso aussortiert haben wie diejenigen Frauen, die normal gekleidet sind, damit sich der Mann nicht durch eine Vielzahl von Bildern wühlen muß, ehe er die eine oder andere Sexbombe ausgräbt, die seinem sexualisierten Blick ausgeliefert ist.
Die Medien haben über den Slutwalk berichtet, haben auch über die Hintergründe informiert und die Ziele der Teilnehmer dargestellt - und dann doch weithin "ihr Ding" gemacht. Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte - und so überstrahlen die Bilder die Botschaft, geht zwischen all den Bildern sexy zurechtgemachter Mädels deren Anliegen verloren.
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