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Bedeuten mehr muslimsiche Strafgefangene mehr muslimische Straftäter? PDF Drucken E-Mail
Blog - Islam
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Dienstag, den 19. Juli 2011 um 15:29 Uhr

Immer wieder wird in islamophoben Kreisen die Tatsache breit getreten, daß es in den Gefängnissen europäischer Staaten im Vergleich zum Bevölkerungsanteil überdurchscnnittlich viele muslimische Gefangene gäbe. Das bedeute dann, daß Muslime besonders häufig straffällig werden - und das muß freilich an ihrer Religion liegen.

Wie gesagt: Der überdurchschnittlich hohe Anteil von Personen mit einem muslimischen Hintergrund in unseren Gefängnissen ist, wenn es auch vereinfacht dargestellt wird, eine Tatsache. Daran gibt es nichts zu rütteln.

Doch woran liegt das?

Erstens einmal: Die meisten dieser Strafgefangenen leben, ehe sie und wenn sie straffällig werden und meist auch danach, unter Bedingungen, die ein normales Leben nahezu unmöglich machen, oft schon seit einem langen Zeitraum. Ein besonderes Problem ist illegaler Aufenthalt oder ein unsicherer Aufenthaltsstatus.

Zweitens: Wenn der Täter einerseits ein Migrant und/oder Muslim ist und der Geschädigte andererseits ein Deutscher, sind eine Anzeige und ein Gerichtsverfahren deutlich wahrscheinlicher als im umgekehrten Fall oder wenn sowohl Täter als auch Geschädigter Deutsche sind.

Drittens: Es ist im Durchschnitt so, daß ein Migrant und/oder Muslim im Falle einer Anzeige oder eines Strafverfahrens eine schlechtere juristische Vertretung und eine schlechtere Verteidigung vor Gericht hat als ein Deutscher - Ausnahmen bestätigen die Regel.

Viertens: Auch wenn es Ausnahmen gibt - die sich in den populistischen Veröffentlichungen xenophober bzw. islamophober Kreise natürlich immer als die Regel lesen -, ist doch die Verurteilung eines Migranten und/oder Muslim in einem Strafverfahren wahrsacheinlicher; wahrscheinlicher auch, daß er eine Haftstrafe verbüßen muß.

Es gibt noch weitere Gründe - und die hier vier genannten Gründe sind auch stark vereinfacht dargestellt. Doch es wäre falsch, im muslimischen Glauben eine entscheidende oder auch nur bedeutende Ursache zu sehen.

Man darf sicherlich auch - also fünftens - daran erinnern, daß in den Gefängnissen islamisch geprägter Staaten nicht selten Nichtmuslime überdurchschnittlich häufig vertreten sind - und das sind im Vergleich zu ihrem Anteil an der Bevölkerung überdurschnittlich viele Christen. Sind Christen also aufgrund ihres Glaubens besonders anfällig für Straftaten, weil sie überdurchschnittlich stark in Gefängnissen vertreten sind?

Einen letzten, sechsten, Punkt möchte ich noch anreißen. Er betrifft die Art und Weise, wie der linke Flügel unserer Gesellschaft - dem ich selbst erheblich näherstehe als dem liberalen oder rechten Flügel - und besonders der grüne Flügel mit muslimischen "Problemfällen" und Straftätern umgeht, sie in ihrer Opferrolle festhält, eine regelrechte Industrie um sie herum aufbaut. Er betrifft nicht alle Muslime, sondern nur diejenigen, die sich im Kampf für eine bessere Welt und für den Kampf gegen Rechts instrumentalisieren lassen. Hier lehnt man alles ab, was gefährdete Muslime vor den Konsequenzen ihrer Taten warnen könnte. Man lehnt Regeln ab, man will eine bestimmte Gruppe von Muslimen nicht mit einer wie auch immer gearteten "Leitkultur" belasten, wodurch sie letztlich zu "edlen Wilden" werden, die wir aufgrund ihrer Kultur und Religion nicht für fähig halten, sich in unserer Gesellschaft zurecht zu finden. Wir senken darum für sie die Schwellen ab, machen es ihnen so leicht wie möglich, verzichten auf jede Forderung und verlangen stets nur von der Mehrheitsgesellschaft, Zurückhaltung zu üben, Verzicht zu üben.

Das freilich nützt den Betreffenden nicht - stärkt aber Rechtspopulisten, Islamophobe und Xenophobe.

 

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