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Prügelnde evangelikal-freikirchliche Eltern - ein Zwischenbericht PDF Drucken E-Mail
Blog - Christentum
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Mittwoch, den 12. Januar 2011 um 09:43 Uhr

Ehe ich, wie gestern angekündigt, meine Kommentare zum aktuellen Zeitgeschehen zugunsten anderer Aktivitäten reduziere, noch ein Zwischenbericht zu jener Untersuchung des  Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN), demzufolge "evangelikal-freikirchliche Eltern" ihre Kinder besonders häufiger prügeln, häufiger als jede andere Bevölkerungsgruppe.Ich habe darüber ja mehrfach berichtet.

Möglicherweise ist es auch ein Abschlußbericht; denn so, wie es aussieht, herrscht hierzu mittlerweile das große Schweigen.

Auf der Home Page des KFN findet sich nämlich bis heute nicht ein einziger offizieller Bericht zu dieser Studie, keine Stellungnahme, nichts. Alles, was es gibt, sind die Verlautbarungen des Professor Pfeiffer in den Medien und die Zitate usw. in den Medien.

Und natürlich findet man nirgendwo einen Hinweis darauf, ob die untersuchte Gruppe wirklich, wie Pfeiffer erklärte, die Kinder "evangelikal-freikirchliche Eltrern" sind, oder - wie ich aufgrund des veröffentlichten Materials und des E-Mail-Verkehrs zwischen Pfeiffer und mir sehr stark annehme - ein buntes Mischmasch von Eltern, die sich nur durch die Kategorie "evangelisch, sonstige" zu einer Gruppe zusammen schnüren lassen - Mitglieder der VEF- sowie unabhängiger Freikirchen und christliche Sondergemeinschaften wie etwa Zeugen Jehovas, Neuapostolische Kirche, Mormonen usw. usf., so daß beide Begriffe, "evangelikal" wie auch "freikirchlich" falsch bzw. irreführend sind.

Damit erhärtet sich freilich auch der nicht nur von mir geäußerte Verdacht, daß die Verlautbarungen vor allem zwei Ziele hatten: Erstens die Relativierung früherer Forschungsberichte, in denen die Muslime - insbesondere die Religiösen unter ihnen - eher schlecht dastanden, zweitens die doch recht weit verbreitete, in vielen Medien gern gesehene Polemik gegen Evangelikale wie auch Freikirchler, die "Fundamentalisten".

Ich gehe jedenfalls davon aus, daß wir von dieser "Studie" nicht mehr viel hören werden - aber die bereits getätigten Äußerungen stehen nun natürlich in den Archiven der Medien und derer, denen jede Polemik gegen Evangelikale und Freikirchler wie gerufen kommt. Da wurde für das Ansehen der Evangelikalen und der Freikirchler ein enormer Schaden angerichtet - und die geschlagenen Kinder wurden letztendlich instrumentalisiert, mißbraucht. Das macht die Angelegenheit natürlich besonders übel. Wollen wir hoffen, daß die Kinder jenen, die dieses Übel verursacht haben, den Mißbrauch verzeihen können.

 

Kommentare  

 
# NachschlagMichael Molthagen 2011-01-13 15:29
Kaum habe ich diesen Artikel gestern in meinem Blog veröffentlicht, schlug in meinem Newsreader ein Nachschlag auf, der zeigt, daß Pfeiffer wohl immer noch nicht sauber differenzieren kann und somit höchst unwissenschaftl ich arbeitet.

noz.de/.../...

Dort ist die Rede von "hochreligiösen Freievangelisch en".

Damit will Pfeiffer wohl die beiden Begriffe "evangelikal" und "freikirchlich" vermeiden - bringt aber meiner Meinung nach letzten Endes nur eine Verschlimmbesse rung zustande -, und auch der Vergleich mit "den Muslimen" bleibt im weiteren Verlauf der Äußerungen tatbestimmend.

Es bleibt, daß man erstens nicht miteinander vergleichen sollte, was sich zueinander verhält wie Äpfel zu Kartoffeln, und daß zweitens die Bezeichnung "freikirchlich" oder auch "freievangelisch " alles andere als eine wissenschaftlic h saubere Kategorisierung darstellt, mit der man tatsächlich sinnvoll arbeiten könnte.

Auch die Bezeichnung "hochreligiös" ist alles, aber keine wissenschaftlic h sinnvolle Bezeichnung. Können nicht beispielsweise "Liberale" auch durchaus hochreligiös sein, während sich andererseits mancher "Fundamentalist" gerade nicht durch eine "Hochreligiositä t" auszeichnet?
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