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In der Mediathek des SWR bin ich auf eine Sendung namens Strenggläubige Christen vom 25.11.2010 (Zur Sache Baden-Württemberg!) gestoßen, die man nur als Schmalspurberichterstattung bezeichnen kann. Es geht um das beliebte Thema "evangelikal-freikirchliche Christen verprügeln ihre Kinder", auch wenn der SWR aus irgend einem Grund auf die Bezeichnungen "evangelikal" und "freikirchlich" verzichtet, warum auch immer. Es ist halt von "radikalen Christen" die Rede, die "radikalen Muslimen" gegenübergestellt werden - politisch korrekt müssen halt negative Berichte über Muslime mit ebensolchen Berichten über Christen abgemildert werden.
Auffällig hier halt die weitgehende Abwesenheit von Fakten, Zahlen. Der ganze Bericht will offensichtlich nur ein Gegengewicht zur "Islamophobie" schaffen. Wie schon bei Prof. Christian Pfeiffer und seinem "Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen", der "Süddeutschen Zeitung" und dem PI der Evangelikalophobie, dem Blog "Mission Gottesreich" wird dabei nicht gerade mit hochwertiger Recherche geglänzt.
Prof. Pfeiffer und die SZ nennen, wenn ich mich recht erinnere, immerhin die Zahl, mit der der auch im Bericht des SWR erwähnte "Erziehungsratgeber" aufgelegt wurde - der SWR verzichtet auf diese Zahl. Möglicherweise war man der Meinung, 4.000 Exemplare seien doch etwas lächerlich, ein Detail, das anderen peinlicherweise entgangen war (oder man hielt die Leser für zu dumm, diese Zahl richtig einzuschätzen).
Wie gesagt - wer sich den Bericht des SWR anschaut, ist hinterher in absolut keiner Hinsicht mehr informiert als vorher. Zwei Reaktionen kann der Bericht beim Zuschauer hervorrufen: Einen leichten Schauer des Entsetzens - oder aber die wohl eher erwünschte Abmilderung islamophober Einstellungen.
Daß etwas gegen die grassierende Islamophobie getan werden muß, gerade auch in Baden-Württemberg, daran habe ich keinen Zweifel. Ob dieser Bericht des SWR dazu geeignet ist, daran habe ich freilich meine Zweifel. Erhebliche Zweifel.
Fundamentalistische Atheisten werden sich in ihren Ansichten über die bösen Gläubigen bestätigt fühlen, Zuschauer mit den Feindbildern Evangelikale bzw. Freikirchler wissen, wer da eigentlich gemeint ist, auch wenn die bösen E- und F-Worte nicht in den Mund genommen werden, politisch korrekte Zuschauer bekommen die erforderliche Dosis ihrer Droge "nicht nur im Islam gibt es negative Seiten".
Allein - informiert wird niemand. Es ist Berichterstattung wahlweise für den wohligen Schauer oder für die politisch korrekte Gleichmacherei, mehr nicht. Dafür nun Gebühren gezahlt zu haben, kann dann nur noch wütend machen, und daß eben die E- und F-Worte nicht gefallen sind, lindert die Wut über diese Gebührenverschwendung unserer Öffentlich-Rechtlichen nun wirklich nicht.
Auf der Home Page zum Beitrag (merkwürdigerweise im Archiv der Serie "Eisenbahn-Romantik" versteckt) noch eine weitere Abwandlung der Berichterstattung über die Studie des KFN, in der es bekanntlich um Schläge in "freikirchlichen" Familien ging, nach Prof. Pfeiffer "evangelikal-freikirchliche" Familien, was freilich auch total daneben lag.Beim SWR wird daraus: "Eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsens hat ergeben, dass in streng gläubigen christlichen Familien Kinder überdurchschnittlich oft Opfer von Gewalt werden". Vermutlich hat das der Praktikant formuliert, anders kann man sich diesen Fehlgriff nicht erklären.
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