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Der Zufall und die Erschaffung der Welt PDF Drucken E-Mail
Blog - Christentum
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Dienstag, den 16. Februar 2010 um 18:42 Uhr

Ich hatte letztens mit einem Kreationisten eine der Diskussionen zum Thema "Zufall". Mein Beispiel mit dem Schüttelsieb habe ich dieses Mal nicht verwendte, dafür eines mit Würfeln.

Mein Gegenüber meinte halt, daß die Welt so, wie sie heute sei, allein durch Zufall entstanden sei, wäre ja wohl nicht vorstellbar. Er brachte dann das Würfeln ins Spiel.

Ich habe ihn dann gefragt, ob beim Spielen mit sechs Würfeln, die jeweils sechs Augen haben, eine bestimmte Gesamtaugenzahl häufiger vorkäme als eine andere oder ob zwischen 6 und 36 jeder Wert gleichmäßig vertreten sei. Ich bot ihm dann eine Wette an, daß ich häufiger 21 würfeln würde als jede andere Augenzahl.

Nun, die Wette hat er abgelehnt, aber er glaubte fest daran, daß die Zahlen von 6 bis 36 gleichmäßig verteilt wären. 

Hätten wir gewettet, hätte ich mit großer Wahrscheinlichkeit und durch reinen Zufall gewonnen; denn bei sechs Würfeln ist bei aller Zufälligkeit die Wahrscheinlichkeit am größten, daß die Summe aller Augen 21 ergibt. Sie liegt bei 9,28 %, während die Wahrscheinlichkeit für 20 oder 22 Augen bei je 9,05 % liegt, die für 19 oder 23 Augen bei je 8,37 % und die für 6 oder 36 Augen bei 0 %. Selbst 7 oder 35 Augen werden nur mit einer Wahrscheinlichkeit von je 0,01 % erzielt werden können.

Und das alles durch rein zufälliges Ausspielen von sechs Würfeln... (und mit zwei Würfeln ist es nicht besser - 2 oder 12 Augen bekommt man mit einer Wahrscheinlichkeit von jeweils 2,78 %, 3 oder 11 Augen mit jeweils 5,56 %, doch 7 Augen mit einer Wahrscheinlichkeit von 16,67 %).

Das Geheimnis ist halt, daß die Würfel nicht unabhängig voneinander sind. Bei sechs Würfeln gibt es weit mehr Möglichkeiten, daß die Summe der Augen 21 ergibt als irgend eine andere Zahl. Daß jeder der sechs Würfel nur ein Auge zeigt, hat eine Wahrscheinlichkeit von 1:46656, ebenso, daß man sechs Sechser hat. Aber daß man eine Summe von 21 erreicht, ist mit so vielen Kombinationen der Augen unserer sechs Würfel möglich, daß wir eine Wahrscheinlichkeit von 1:10,77 dafür haben.

Auch in der Evolution geht man nicht von einem "Zufall" aus, wie wir Normalsterblichen ihn für gewöhnlich definieren, sondern von Wahrscheinlichkeiten. Weil in der Evolution keine Entwicklung unabhängig erfolgt, sondern jede Entwicklung von anderen Entwicklungen, von Regelinstrumenten usw, abhängig ist, sind manche Ergebnisse wahrscheinlicher als andere, auch wenn sie trotzdem Zufall bleiben. 

Natürlich beantwortet das nicht die Frage, ob es einen Schöpfergott gibt oder nicht. Für diese Frage ist die Evolution ohnehin nicht zuständig.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 18. März 2010 um 10:25 Uhr
 

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